Claude VonStroke / Watergate Berlin

Huhuuuuu. Was eine Nacht. Schon angesichts des zweiten Claude vonStroke-Albums „Birdbrain” stand fest, dass dieser bärtige Barclay auf keinen Fall auf den Mund gefallen ist, stylistisch gesehen. Eher halt: Einer flog übers Kuckucksnest. Wobblige Basslines, keine Limits, was die Schubladen angeht, und eine ganz eigene Herangehensweise, die Leute zum Tanzen zu kriegen. Das macht den San-Franciscaner aus. Was die Nacht im Watergate aber noch spannender machen würde, war das Mothership-Aufgebot, das der Labelheadhoncho kurzerhand zum ersten Mal in Berlin präsentierte – das Dirtybird-Sublabel flog gleich mit seiner ganzen Starbesetzung nach Berlin.
Und so gab es gleich das ganze Roster zu hören, unter anderem Justin Martin, P.Toile und den phänomenalen Maetrik, der die Leute später von seinem deepen, bösen aber unglaublich aktivierenden Sond geflasht rumtrashen ließ. Außerdem mit dabei: Tanner Ross, die jüngere Hälfte des Duos Voodeux, das in diesem Jahr allen hochüberraschten Freaks mit seinem Debütalbum „The Paranormal” kalte Schauer über den Rücken rieseln ließ. Den Sound, ein ultrafieses Gemisch deepen darken Technos, Bass-geschwängert und angereichert mit gruseligen Synth-Effekten, die Paranoia verursachen würden, ginge es nicht so ab nach vorne, kann man irgendwo zwischen deepem progressiv techigem Minimal und Maximal angesiedeln, klang allerdings auf dem Waterfloor, mit einem Laptop präsentiert, nicht halb so gut und ultrafett wie die Vinylreleases und ließ daher die echten, extra angereisten Megafans etwas resigniert auf den oberen Floor umsiedeln, auch wenn das Publikums-Spektakel gerade unten und draußen an der Spree immer wieder zum lauschigen Verweilen einlud.
Aber dann doch nicht so richtig. Wir gingen leider unseren eigenen Vorurteilen in die Falle und zogen in eine um die Ecke liegende Kneipe, um uns dort so richtig wegzufeiern. Der Einladung zum Frühstück kamen Barclay und Co, die ihre Flüge verpasst hatten, dann leider doch nicht nach. Die Berliner Urgesteine ängstigten die East‘n‘Westcoastler zu sehr.







