Samstag, 18. Mai 2013

Pioneer alpha – Schwerin steht wieder Kopf!


20. Oktober 2012 // Event-News, Magazin  

alpha

„Schwerin? – Das kannste voll vergessen! Da is’ tote Hose!“ – Das Zitat aus dem Detlev Buck-Film „Wir können auch anders!“ hat mittlerweile gute zwanzig Jahre auf dem Buckel. Und scheinbar wusste man damals noch nicht, dass einige Zeit später die Sport- und Kongresshalle der Stadt Kopf steht und eines der mittlerweile wohl legendärsten deutschen Festivals beheimatet. Die Rede ist von nichts Geringerem als dem Pioneer Alpha. 1996 in der Ziegelei Groß Weden in Schleswig Holstein mit gerade einmal zwei Floors und 13 DJs gestartet, entwickelte sich das Nordlicht innerhalb von 16 Jahren zu einem wahren Aushängeschild in Sachen EDM. Berechtigterweise gab man sich so auch im Vorjahr das Motto „Legends“.

Am 3. November geht der Erfolg in die nächste Runde und hat, neben der bereits schon bekannten spektakulären Lasershow, eine mit der Bühne verschmelzende Videoanimation, Walking Acts, Tanzshows, Feuer-Fontänen und eine in dieser Form noch nie gesehene Licht- und Bühnenshow zu bieten. Wie diese genau aussehen wird, war dem Veranstalter im frühen Vorfeld noch nicht zu entlocken, aber jetzt! Mike Hasemann, das Mastermind hinter dem Event und ein alter ‚Hase‘ im Business, verriet nun doch Details, auf die sich die Besucher des Pioneer alpha freuen dürfen, ließ aber auch einmal den ehrlichen Blick hinter die Veranstalterkulissen zu…

alpha

Hallo Mike, das diesjährige Motto der Pioneer alpha lautet „CUBIK“. Wie bist du auf den Namen gekommen und was verbirgt sich hinter diesem Motto?
Unser Dekoarchitekt Dan Skanska von Go Plus 1 lässt sich in jedem Jahr etwas Neues einfallen. So wird es in diesem Jahr in der Mainhall 1 eine Bühne mit 10.000 weißen Würfeln geben. Im Zusammenspiel mit Licht-, Laser-, 3-D Video- und Showeffekten wird die Bühne in der Mainhall einzigartig sein. Die neue Bühne in der Mainhall 2 wird diesmal durch einen neuen Sound und diverse Spezialeffekte die Partyfreaks von Hardstyle und Hardcore begeistern. Diese Mischung, eine hochwertige Sound- und Lichtanlage, begleitet von diversen Showeinlagen, machen die Pioneer alpha einzigartig in Norddeutschland.

Und das bekanntermaßen seit mittlerweile 17 Jahren. Trotzdem hat sich in der Zeit ja mit Sicherheit einiges geändert. Was war dabei deiner Meinung nach am meisten ausschlaggebend? Publikum, Technik, Künstler, Musik? Muss heute mehr Wert auf andere organisatorische Punkte gelegt werden als noch bei den ersten „Alpha Raves“?
Ja, es hat sich eine Menge verändert. Im letzten Jahr z.B. hatte ich den Versuch unternommen mit drei großen Hallen das Event zu vergrößern. Bei den DJs hatte ich den Etat für Afrojack, Martin Solveig zum Beispiel extra verdoppelt. Das Fazit: Ein tolles Event, fantastische Stimmung, aber wirtschaftlich leider ein Minus. Die Kosten waren durch den finanziellen Mehraufwand bei den neuen, sehr hohen DJ-Gagen einfach nicht aufzufangen, selbst wenn wir sehr gute Besucherzahlen hatten, aber halt nicht restlos ausverkauft waren. Diese massive Gagenerhöhung bei diversen Top DJs ist auch der Grund, der es für mich teilweise sehr schwierig bzw. unmöglich macht, diese internationalen Top-DJs nach Schwerin zu holen. Schon Ende der 90iger oder auch 2005 spielte bei mir die heutige Champions Leaque wie Erick Morillo, Axwell, Ingrosso oder Steve Angello. Damals noch nicht so bekannt! Heute würden diese Jungs nur kommen, wenn ich über 40.000,– Euro zahle. Viele DJs genießen zurzeit halt einen großen, internationalen Ruhm, vor allem in Amerika. Dort erhalten Sie auch die aufgerufenen Gagen ab 40.000 bis 250.000 US Dollar, weil die Veranstalter auch dementsprechende Ticketpreise fordern.
Das würde in unserem Fall bedeuten, die Ticketpreise auf 70 € – 80 € pro Ticket anzuheben. In unserer Region einfach nicht machbar! Das möchten wir den Besuchern nicht antun, zumal wir auch eine breite Masse von alpha Fans ansprechen. Von daher suchen wir wie angesprochen immer einen guten Mittelweg bei der Künstlerauswahl, der uns auch dieses Jahr, denke ich, wieder sehr gut gelungen ist und für jeden Freund der elektronischen Musik etwas bietet. Hinzu kommen sämtliche Kosten wie Hallenmiete, die GEMA-Gebühren, wo es ab 2013 ja auch noch mal einen ordentlichen Kostenschub geben wird, Ton-, Video- , Licht- und Bühnentechnik, wie natürlich vor allem auch Sicherheit. Man sieht, es kommt einiges zusammen, aber wir tun im Rahmen unserer Budgetmöglichkeiten wirklich alles dafür, die Pioneer alpha immer wieder zu einem Highlight im Norden zu machen! Mein besonderer Dank gilt dabei auch noch mal unseren Hauptsponsoren „Pioneer“, Ostseewelle HIT-RADIO und auch BIBOP, ohne die der Event so nicht umsetzbar wäre. Danke auch einigen guten Bookingagenturen und deren DJs, die unsere Lage hier im Norden gut kennen!

Welche Pläne hast Du für die kommenden Jahre und welche anderen Veranstaltungen stehen an?
Neben dem Pioneer alpha gibt es jedes Jahr zu Ostern den „Osterhammer“ des Radiosenders Ostseewelle HIT-RADIO. Neu sind für 2013 ein Tagesfestival auf der Freilichtbühne Schwerin im Sommer 2013 geplant und eine „NEONSPLASH“-Tour in einigen norddeutschen Städten.

Doch selbst die extravaganteste Lichtinstallation wäre nichts ohne ein entsprechend hochkarätiges DJ-LineUp. Und dieses wurde mit Paul van Dyk, den Bingo Players, Headhunterz, DJ Rush, Korsakoff, Showtek, Danny Avila und 30 weiteren Acts überaus stark besetzt. Letzterer fällt zwar in erster Linie optisch durch seine Justin Biber-ähnliche Frisur auf, ist diesem jedoch musiktechnisch um Längen voraus, was Grund genug war, dem gerade erst einmal 18-Jährigen ein paar Fragen zu stellen:

dannyavila

Danny, du bist einer der jüngsten, vielleicht sogar der jüngste DJ der Welt und stehst ziemlich hoch im Kurs. Wie fühlt sich das an?
Es ist einfach crazy. Ich habe die letzten Jahre hart auf diesen Erfolg hin gearbeitet und es ist großartig zu sehen, wie jetzt alles funktioniert und – wenn auch sehr verrückt – Realität wird. Ich muss aber dazu sagen, dass ich von Anfang an ein tolles Team hinter mir hatte, welches mir stets dabei half, meine Ziele zu fokussieren und schlussendlich auch zu erreichen.

In deinem Alter träumt man ja meistens vom Erfolg. Du lebst diesen Traum. Was sagen deine Freunde dazu?
Meinen besten Freunden ist es eigentlich egal, ob ich berühmt bin oder nicht. Sie sind glücklich, wenn ich es bin. Leider kann ich momentan kaum Zeit mit ihnen verbringen, weil ich viel zu sehr mit der Musik beschäftigt bin und von einem Gig zum nächsten quer um die Welt fliege. Eine kurze Auszeit wäre manchmal schon nicht schlecht. Ich hab ja nicht einmal Zeit für mich selbst.

Das ist es, was die DJ-Karriere mit sich bringt. Aber dafür zähltest du zu den Top Acts der Ibiza-Saison 2012 und standest mit Künstlern wie Tiësto hinterm Pult.
Da wurde ein Traum war. Ich sah Tiësto vor vier Jahren das erste Mal und wurde ein großer Fan von ihm. Es ist eine Ehre, die Decks mit einer der größten Legenden der elektronischen Musik zu teilen und ich hoffe, dass wir das im nächsten Jahr fortsetzen.

Was unterscheidet Ibiza speziell für dich von anderen Orten, an denen du spielst?
Ibiza hat etwas Einzigartiges an sich, was du nirgendwo anders finden kannst. Du spürst den Vibe, wenn du die Insel betrittst. Hier dreht sich alles um Musik. Ich kenne keine andere Stadt auf der Welt, in der auf den großen Werbetafeln anstatt großer Produktmarken die DJs angekündigt werden. Die Leute kommen von überall her, nur um dich performen zu sehen.

Es macht das Gerücht die Runde, dass du 2013 einen Resident-Job in Las Vegas bekommst.
Hmmm… Ich will ungern über etwas sprechen, was noch nicht absolut sicher ist. Aber es ist eine Option. Also spitzt die Ohren. Denn sobald sich da etwas tut, werde ich mit Sicherheit keine Sekunde länger still sein.

Und was ist in nächster Zeit schon so gut wie sicher?
Auf jeden Fall meine erste eigene Single „Breaking Your Fall“. Wenn ich diesen Track in meinen Sets spiele, dreht die Crowd jedes Mal völlig ab, so dass ich mit Spannung erwarte, was wohl passiert, wenn das Ganze schließlich releast ist. Charts? Airplay? DJ-Playlist? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall sicher sind meine wöchentlichen Radioshows auf Big City Beats und Sirius XM, mit massig neuer Musik und dann natürlich das Pioneer Alpha Festival im November.

Du wirst dort auf der Main-Area spielen. Mit welchen Erwartungen kommst du nach Schwerin?
Ich hab ja schon einiges über diesen Event gehört, war aber selber noch nie dort. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, welche Erwartungen ich jetzt haben könnte. Aber ich weiß, dass ich wie immer 100 Prozent geben werde.

Keyfacts:
Electro, House, Trance, Hardstyle, Techno, Classic, Goa:
Auf fünf Areas liefert die Pioneer alpha so gut wie die gesamte Bandbreite der elektronischen Musik,
startet am 3. November um 22 Uhr mit der mittlerweile legendären Opening-Show,
erwartet 8.000 Besucher und versucht sich, nach Aussage von Veranstalter Mike Hasemann alias Mike MH-4 („Auf keinem anderen Event habe ich bisher schönere Frauen gesehen“), erneut selbst zu toppen.

flyeralpha

Full LineUp:

MAINHALL 1: (Electro-House-Trance)
Paul van Dyk (D)
DJ Rush ( USA)
Showtek – ELECTRO Showcase (NL)
Danny Avila (ESP)
Live: Lexy & K.Paul (D)
Woody van Eyden (NL)
Bingo Players (NL)
Krämer & Lindberg feat. Haus Klaus (D)

MAINHALL 2: (Hardstyle- & Hardcore)
Headhunterz (NL)
Showtek (NL)
Dano (NL)
Korsakoff (NL)
Chris Deelay (D)
Coone (BEL)
Noize Suppressor (I)
Boozed Panderz (NL)

AREA 3: Techno Area
Lizara & Tatsch – Live (D)
Sebastian Boldt – Live (D)
Match Hoffmann (D)
Glanz & Ledwa (D)
Daniel Boon (D)
Artenvielfalt (D)

AREA 4: Classic Area
Kai Tracid (D)
DJ Weidti (D)
Talla 2 XCL (D)
Desto (D)
Mellow Trax (D)
Ric Colin (D)
Martink (D)
Uwe Worlitzer (D)

AREA 5: Goa Area
Audiomatic (D)
Syncron (D)
DJ Intellifex (D)
Timmi-Sun (D)

AREA 6: bacio Vip Area
DJ Marc (D)
DJ Marcel (D)
DJ Paul (D)
bacio DJ Team

VVK:
Online-Ticket: 32,00 € + 2,00 € Bearbeitungsgebühr
Hartticket: 32,00 € + 10 % (entspricht 3,20 €) örtlicher VVK-Gebühr
Vip-Ticket: 60,00 €

Abendkasse: 38,00 €

03.11.2012, Pioneer alpha 2012, Sport-und Kongresshalle, ab 20:00 Uhr bis 7:00 Uhr

www.pioneer-alpha.de
www.ostseewelle.de
www.piste.de