Basti Grub – Frühling am Ende des Sommers!
Basti Grub liebt es, mit seltsamen Tracktiteln und außergewöhnlichen Kombinationen herumzuspielen und ist außerdem bekannt für außergewöhnliche Sounds und Rhythmen. Ende September erscheint nun sein zweites Album “Primavera”. Grund genug sich mit ihm auf ein Pläuschen zu treffen!
Hallo Basti, in Kürze erscheint dein zweites Artist-Album auf deinem Imprint Höhenregler. Was ist das für ein Gefühl, nach dem ganzen Fleiß und Schweiß?
Hmmmmm, was ist das für ein Gefühl?! Es ist ein schönes Gefühl! Nach den ganzen Nächten und den vielen Stunden im Studio liegt die CD gerade vor mir und ich freue mich einfach, dass sie endlich fertig ist. Bis zur Fertigstellung ist wirklich viel Schweiß geflossen! Nun ist es wieder so weit – es ist ja schon `ne Weile her, dass mein erstes Album heraus kam.
Wie bist du auf den Namen “Primavera” gekommen und welche Bedeutung steckt dahinter?
“Primavera” ist spanisch und heißt übersetzt Frühling. Da ich sowohl das Album als auch das Artwork im Frühling produziert habe, wurde das Album danach benannt.
Das Album ist unglaublich durchdacht und aufwendig produziert. Wovon hast du dich inspirieren lassen, um so ein Resultat zu erhalten?
Ich habe mich mal wieder, wie man es eigentlich auch von mir kennt, von südamerikanischen und afrikanischen Impressionen leiten lassen. Da hängt mein Herz dran.
Arbeitest du überwiegend digital oder nutzt du in deinem Studio auch analoge Geräte?
Sowie als auch. Ich verwende viele digitale Programme und Plug-Ins, aber auch das eine oder andere analoge Gerät. Als Oberfläche benutze ich, wie die meisten, Ableton oder Logic – kommt drauf an, wie ich lustig bin. Mein Highlight im Studio ist aber mein Modularsystem. Da kann man schon mal ein paar Stunden drauf hängen bleiben.
Finden bei dir auch echte Instrumente Verwendung?
Na klar! Ich habe ein Klavier, Saxophone und verschiedene Synths und Bongos.
Bist du sehr selbstkritisch? Wie oft hast du die einzelnen Tracks umgestrickt und wie lange hast du gebraucht, um deinen Longplayer fertig zu stellen?
Ja, ich denke ich bin ziemlich selbstkritisch. Ich saß sehr lange an dem Album, genau genommen seit der Fertigstellung meiner letzten CD. Das ist mittlerweile bereits drei Jahre her. Natürlich habe ich nicht drei Jahre lang an nur neun Tracks gearbeitet. In dieser Zeit habe ich vier Alben produziert, aber irgendwie hat mich immer etwas gestört und dann habe ich aus vier Alben schließlich eines gemacht. “Primavera” ist das Resultat! Ich hoffe es nimmt euch mit auf (m)eine Reise.
Woher genau holst du deine Inspiration?
Die hole ich mir auf dem Klo (lacht) – kleiner Scherz! Ich schöpfe meine Inspiration aus unterschiedlichen Genres, von Afrika-Bongo-Musik bis Jazz. Ich spiele selber Klavier und interessiere mich für jegliche Art von musikalischer Kunst.
Welches Setup benutzt du, wenn du live spielst?
Ich verwende einen Drum-Computer (Electron) mit einem Kontroller (apc40), eine Maschine, ein kleines Keyboard und meinen Mac. Auf OpenAirs habe ich hier und da einen Freund dabei, der spielt dann in mein Set noch eine Violine live ein.
Welche Gefühle steuern dich durch die Musik?
Alle möglichen Gefühle! Es kommt immer darauf an, welche Musik ich höre oder spiele.
Wie sieht dein Studio aus?
Schön und interessant. (lacht)
Wie gehst du vor, wenn du einen Track produzierst? Wie findest du den Anfang und wie setzt du deine Ideen um?
Gute Frage! Das ist immer anders: Manchmal beginne ich mit einer Bassline und manchmal mit einer Mello oder einem Vocal – das kommt ganz darauf an, wie ich drauf bin oder was ich gerade im Kopf habe. Manchmal sitze ich aber auch acht Stunden an einem Ton und freue mich, dass ich ihn mit einem Filter oder irgendeinem anderen Effekt leicht verändern kann oder ich sitze am Klavier und improvisiere so lange, bis ich was Geiles habe. Das ist echt immer unterschiedlich, es gibt da keinen geregelten Ablauf – das ist ja auch das schöne daran.
Dein Longplayer beinhaltet nicht nur Club- sondern hat auch einige Listening-Tracks. Was hat dich dazu bewegt, das Album auch mit ruhigen Tracks zu schmücken?
Ich finde, ein Album zu produzieren ist schon etwas Besonderes. Dazu gehört für meinen Geschmack auch etwas ruhigere Musik, wobei alle Tracks des Albums auch clubtauglich sein sollten. Ich habe das Album so konzipiert, dass man es sich auch zu Hause oder im Auto anhören kann und nicht nur im Club. Das macht ein Album ja schließlich aus.
Man bezeichnet dich auch als Studiotier und munkelt, dass du mehr als 20 fertige Tracks bei dir rum liegen hast. Warum gibt es dann nur neun Tracks auf deinem Longplayer?
Jaaa, was heißt Studiotier?! Nach all den Jahren kommen halt ein paar Tracks zusammen. Um ehrlich zu sein sind es weitaus mehr als 20 Tracks :) Viele davon werde ich niemals releasen. Ich brauche ein paar davon für meinen Live-Act, damit ich den Leuten immer neue Musik bieten kann, die es einfach nicht zu kaufen gibt. Das macht meiner Meinung nach einen guten Live-Act aus. Würde ich nur das spielen, was ich schon releast habe, dann könnte man ebenso gut einen DJ buchen, der einfach alle meine Sachen auflegt. Das wäre fast dasselbe. Zu meinem Album: Es gibt nur neun Tracks, weil nicht mehr drauf passten. (lacht) Eine CD hat eben nur 80 Minuten und 78 davon habe ich genutzt. Ich finde das auch ausreichend. Für mich ist das Ganze eine ziemlich runde Sache geworden. Genau genommen gibt es 10 Tracks, wobei der zehnte als Bonus-Track only digital erscheinen wird.
Du hast wieder mit den Guest-Singern Andres Zarzuela und Dari zusammengearbeitet, sie tragen mit ihren Stimmen und Songs zum speziellen Vibe des Albums bei. Wie kam es zu der Kollaboration und was bedeutet es für dich, wenn Freunde dich unterstützen?
Es bedeutet und gibt mir sehr viel, wenn meine Freunde oder Fans mich unterstützen. Andres ist ein sehr guter Freund von mir, mit einer Wahnsinns-Stimme. Wir arbeiten schon etwas länger zusammen und es macht einfach Spaß mit ihm, auch wenn mal nichts dabei rum kommt. Das Gleiche gilt auch für Daria. Mit ihr habe ich noch ein weiteres Projekt in Arbeit, das aber nicht zum Club-Genre gehört (Filmmusik für das Projekt E von Christina Stihler). Es macht einfach Spaß mit den beiden. Das gilt auch für andere Projekte, ich arbeite gerne mit verschiedenen Künstlern und Talenten (Singer und Songwriter) zusammen, das möchte ich auf keinen Fall missen. Man tauscht Ideen aus und ich werde immer wieder aufs Neue inspiriert.
Wie würdest du selbst dein Album beschreiben und wo liegt für dich der Schlüssel zu deiner Musik?
Der Schlüssel zu meiner Musik steckt bei mir zu Hause in meiner Studiotür und natürlich in meinem Herzen. Und hmmmm, wie würde ich mein Album beschreiben? Ich fasse mich kurz: So wie mein Studio – schön und interessant. (lacht) Hört es euch einfach an!
Wenn man sich dein Artwork ansieht fällt auf, dass du viel Wert auf Details legst, alles ist in Handschrift verfasst und wirkt wie ein Kunstwerk. Wie wichtig ist für dich letztendlich die Verpackung?
Wie sagt man so schön: Das Auge isst mit und in diesem Fall hört es eben mit. Eigentlich lege ich im Alltag nicht so viel Wert auf Verpackung. Der Inhalt ist das Wichtige! Aber bei diesem Album wollte ich die Gefühle und den musikalischen Inhalt visualisieren. Da ich sehr viel Zeit und Mühe in die Musik investiert hatte, sollte das Album insgesamt eine runde Sache werden. Ich finde, das ist mir und meinem Team auch sehr gelungen. Wie du schon richtig erkannt hast, wollte ich ein kleines Kunstwerk schaffen, mit Liebe zum Detail.
„Primavera“ erscheint auf Höhenregler. Gab es andere Optionen oder stand für dich von vornherein fest, auf deinem eigenen Label zu releasen?
Es stand eigentlich von Anfang an fest, dass die CD auf meinem Label herauskommen wird. Zuvor hatte ich das Album aber an ein anderes Label geschickt, da kam aber Nichts zu Stande, sollte wohl nicht sein. :)
Gibt es Basti Grub nur als Live-Act oder trittst du auch als DJ auf?
Eigentlich gibt es mich nur als Live-Act. Aber hier und da, wenn es erwünscht ist, spiele ich auch mal ein DJ-Set. Spaß habe ich allerdings mehr bei Live-Gigs.
Wie fühlt es sich an, wenn man fast ausschließlich eigene Tracks spielt?
Hahaha, es macht mich geil, es törnt mich an. (lacht herzhaft) Was soll ich dazu sagen? Wie ist es, wenn man Musik von anderen spielt? Ich freu mich einfach und denk nicht wirklich drüber nach. Logo ist das schön, wenn du einen Track von dir spielst und die Leute feiern ihn. Aber es ist genauso schön, einen Track von jemand anderem zu spielen. Wenn die Leute den feiern, freut es mich genauso.
Wohin geht die Reise mit Höhenregler? Gibt es interessante Releases in naher Zukunft?
Im kommenden Jahr wird es auf jeden Fall noch ein paar interessante Releases geben. Vor meinem Album kommt jetzt nur noch eine Various-Artists-EP mit Felipe Venegas, Larry Peters und mir raus. In diesem Jahr wird sich dann wohl nur noch alles um mein Album drehen, von dem es auch ein Remix-Album geben wird. Einige der Remixe liegen bereits in der Schublade, unter anderem von Butch, Martin Buttrich, Felipe Venegas, Tube & Berger und mehr. Der Rest wird eine Überraschung. Was ich hierzu schon mal sagen kann: Zu einem Track wird es einen Remix-Contest geben, dessen Ergebnis auch auf das Album kommt. Man sollte schon mal die Augen offen halten!
Viele Künstler gehen nach Fertigstellung auf Album-Tour, steht auch bei dir eine Tour an?
Ja klar, es gibt auch eine Album-Tour. Die Dates könnt ihr auf meiner Internetseite sehen, oder bei facebook.
Gibt es noch etwas, was du los werden möchtest?
Auf jeden Fall!!! Danke an meine komplette Familie, my love Nicci, meine Freunde und alle meine Fans für den tollen und jahrelangen Support und dafür, dass sie es mir ermöglicht haben, meinen Traum zu leben. Thank you so much, ihr seid die Besten! Liebe Grüße, Basti.
www.bastigrub.com | www.facebook.com/officialbastigrub
Das Album “Primavera” erscheint Ende September auf Höhenregler.







