Donnerstag, 09. Februar 2012

Games im März


4. März 2010 // Games  

Bam! Was uns in diesem Monat erwartet, ist einfach nur: Bam! Egal ob es Herrn Duden im Grabe umdreht oder den Linguisten unter uns einen neudeutschen Tiefschlag versetzt. Daher wollen wir auch keine weiteren Zeichen mit semi-flüssigen Einleitungen vergeuden und kommen zum Punkt. Schließlich warten mehrere Kinder auf ihre Rettung, Cel-Shading-Banditen auf ihre Filettierung und die U-Bahn-Tunnel Moskaus auf einen postapokalyptischen Mutanten-Räumdienst. Und weil es den abtrünnigen Jungs der B-Kompanie schon wieder mächtig im Abzugsfinger zuckt, starten wir direkt mit einem weiteren Bam!

Denn Haggard, Sarge, Sweetwater und Marlowe sind wieder auf Tour und dürfen in EAs Battlefield: Bad Company 2 von Alaska bis Bolivien russische Invasionspläne verhageln. Dafür stehen dem Xbox 360-, PS3- oder PC-Krieger bis zu 46 Waffen, neue Vehikel wie das ATV, wie immer riesige Sandbox-Karten oder die verbesserte Frostbite-Engine zur Verfügung, mit der sich diesmal wirklich alles einäschern lässt. Außerdem wurde der Multiplayer aufpoliert, im Fahrzeug-Balancing verfeinert, um 15.000 Klassen-Variationen bereichert und zum Fest für Auszeichnungsjäger ausgebaut. Nur Schade, dass der rotzfreche Humor des Vorgängers einem wesentlich ernsteren Grundton weichen musste. Doch das sollte den Hochglanz-Shooter-Fan nicht sonderlich stören.

Wer dagegen deutlich mehr Emotionen braucht, auf dichte Atmosphäre steht und schon immer mal einen Film Noir spielen wollte, kommt nicht an Sonys Heavy Rain vorbei. Das neue, PS3-exklusive 3rd-Person-Adventure von „Fahrenheit“-Entwickler David Cage ist nämlich ein interaktiver Thriller für Erwachsene geworden, der seinesgleichen sucht. So gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern nur die eigenen Entscheidungen, die die Jagd der vier spielbaren Hauptfiguren nach dem Kindesentführer „Origami-Killer“ immer wieder neue Bahnen einschlagen lassen. Wer stirbt, bleibt weg und trägt demnach auch keine Informationen mehr zu Lösung bei. Selten wurde man so fesselnd zum erneuten Durchspielen motiviert. In Kombination mit einer intuitiven Steuerung, die die volle Power des Sixaxis-Controllers abruft und einer fantastischen Grafik, bei der Cutscenes und Spiel fast nahtlos miteinander verschmelzen, gibt es nur einen Rat: kaufen.

Ähnlich viel Wert auf atmosphärische Spannung und Spiel beeinflussende Entscheidungen legt auch Konamis Silent Hill: Shattered Memories für die Wii. Dieses führt uns zurück zum Beginn der Survival-Horror-Serie, lässt uns wieder nach der kleinen Cheryl Mason suchen und verzichtet ganz auf irgendwelche Kampfeinlagen. Stattdessen muss man vor den Monstern fliehen, zuckt anhand der als Handy oder Taschenlampe genutzten Remote mehr als einmal zusammen oder beeinflusst mit einem eigenen Psychotest, der im parallel geführten Therapeuten-Gespräch erstellt wird, die Handlung und Kulissen. Das sorgt nicht nur für frischen Wind in der Mystery-Kleinstadt und jede Menge Gänsehaut, es sieht für Wii-Verhältnisse auch verdammt gut aus.

Noch düsterer dürfte dann nur noch THQs Endzeit-Shooter Metro 2033 für Xbox und PC sein. Darin übernimmt man die Rolle des gar nicht mal so heldenhaften Jungen Artyom, der im U-Bahn-Netz des postapokalyptischen Moskau das Geheimnis der so genannten „Schwarzen“ ergründen muss, die die letzten lebenden Menschen beharrlich dezimieren. Dabei ackert man sich nach dem Linearprinzip durch dunkle Tunnel oder die vom Krieg verseuchte Metropole, betreibt in kleinen Siedlungen Tauschhandel und setzt sich mit allerlei Waffen gegen Untergrunds-Mutanten, -Banditen, -Faschisten oder -Kommunisten zur Wehr. Fans klaustrophobischer Action sollten hier also voll auf ihre Kosten kommen.

Doch genug der Dunkelheit. Ubisofts Red Steel 2 für die Wii führt uns zurück an die Sonne und direkt nach Caldera. Eine Wüstenstadt mit Fernost- und Wildwest-Einflüssen, in der wir uns als Samurai-Pistolero an dem Warlord rächen müssen, der unseren Clan ausradiert hat. So zieht man mit Scheißeisen und Schwert gegen Banditen, Biker und Bossgegner zu Felde, die sich dank des Wii-MotionPlus-Controllerzusatzes so problemlos präzise in Scheiben schneiden lassen wie schnöde Holzbretter. Sogar die Stärke eines Schwungs wird hier bedacht, was zusammen mit dem auffallend guten Comic-Look für mehr 1st-Person-Schnetzel-Spaß und wenig unkontrolliertes Gefuchtel sorgt.

Zum guter Letzt dürfen sich dann noch mal die Fans des grandiosen Dragon Age: Origins freuen. Mit EAs Add-on Dragon Age: Origins – Awakening wird die bestehende Welt durch das Gebiet Aramanthine erweitert, in dem man mit seinem bereits bestehenden Charakter oder als neuer Grauer Wächter aus dem Lande Orlais den Orden wieder aufbauen und die wahren Motive der dunklen Brut enthüllen muss. Dabei trifft man auf neue wie alte Kameraden, bedient sich frischer Fähigkeiten und Zauber und bekämpft erstmals Gegner wie den Inferno-Golem oder eine höher entwickelte Art der Dunklen Brut. Monumentale Dramatik, intensive Schlachten und natürlich noch viele weitere Entscheidungen sind demnach so sicher wie die wochenlangen Nachtschichten vor PC, PS3 oder Xbox 360.

In diesem Sinne: Bam!

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