Helden der Nacht – Egoline – Newcomer 10.2012

Egoline
Das durch Zufall entstandene Musikprojekt Egoline setzt sich aus folgender Crew zusammen: Vonni, Tob, Florenzo, Jan, Ötzi, Faye und Michael. Bei dem aktuellen Release und Anti-Drogen-Song, der als Parodie an alle Disco-Tussis gerichtet ist, stammen die Vocals von der Sängerin Faye, während die Produktion von Michael Noack gestaltet wurde. „Weil ich ein Ego bin“ erschien bereits auf Datamash Music und ist sowohl die erste Veröffentlichung des brandneuen Labels als auch das Debüt-Release von Egoline. Auch der kommende Track mit dem Titel “Götterspeise” ist mit Spannung zu erwarten und wird zeitnah im Herbst 2012 erscheinen. Der Produzent Michael, der bereits seit 2005 im Musik-Biz tätig ist, beantwortet die Newcomer-Fragen von Egoline ganz ego-like.
Interview Fragen:
Was hat dich dazu bewegt Musik zu machen?
Die Elektrotechnik reizte mich schon in meiner frühen Kindheit. Damals besuchte ich ab und zu die Radio- und Fernsehwerkstatt gegenüber meinem Elternhaus und schaute dem Azubi interessiert bei der Arbeit zu. Meine erste elektronische Musikbegegnung war Ende der Achtziger und ich konnte vorerst nichts mit diesem Sound anfangen. Ich war noch sehr jung und die zu der Zeit aktuellen Lieder wie „Das Boot“ und „French Kiss“ oder Titel von Kraftwerk begeisterten mich nicht sonderlich. Dies änderte sich jedoch schlagartig mit dem Besuch meiner ersten Techno-Party. Ab diesem Tag war es regelrecht um mich geschehen. Plötzlich faszinierte mich diese Musik so sehr, dass ich einfach wissen musste, woher sie kam. Ich begann, die elektronische Szene näher zu erkunden und sie zog mich, unweigerlich, in ihren Bann. Schnell stellte sich heraus, dass auch ich DJ und Produzent sein wollte! Das hat mein Leben bis heute verändert.
Entweder..
Gitarre oder Klavier?
Mit der Gitarre hatte ich leider keine großen Erfolge, außer Hornhaut auf den Fingern. Klavier spielen klappt da schon etwas besser. Ich ärgere mich oft darüber, dass ich nicht schon als junger Kerl mit dem Klavierunterricht angefangen habe. Damals hatte ich keine Lust, langweilige Lieder zu spielen, Noten zu lernen usw. Heute sieht das ganz anders aus. Neben der Geige ist das Klavier für mich das Instrument, mit dem man am besten seine Gefühle ausdrücken kann.
70s-Rock oder 80s-Pop?
Ich bin erst Ende der 70er geboren, habe sie also nicht wirklich erlebt. An die 80er kann ich mich da schon viel besser erinnern. Da waren die Beastie Boys, Popper, die Ärzte, Pac Man, RUN DMC, Kabelfernsehen, Falco, Ronnys Pop Show, Bravo, Nena, Denver Clan, Depeche Mode, Knight Rider und, neben dem sorgenfreien Leben, mein geliebtes Skateboard.
130 bpm oder 120 bpm?
Ich achte, beim Auflegen nie so richtig auf die angezeigte Geschwindigkeit . Beim Produzieren fange ich meist bei 123 bpm an. Bei einem anderen Projekt (Land Of Oz) geht es ab 125 bpm aufwärts. Bei meinen Paradiesstrand-Nummern bleibe ich meist zwischen 120 und 123 bpm. Auf einer großen Party darf es doch auch mal schneller werden. Da kommt man dann schon mal an die 130 bpm.
Apple oder Microsoft?
Das kann man so gar nicht genau sagen. Ich bevorzuge eher den Mac zum Produzieren. Beim PC hatte ich immer so meine Probleme, z.B. Treiber installieren usw. Mittlerweile bekommt man ja auch für den Mac alles an Software, was man zum Produzieren benötigt.
Analog oder digital?
Eine gesunde Mischung aus beidem. Wobei man immer wieder versucht, mit digitalen Mitteln den guten analogen Sound zu erzeugen. Eine UAD-Karte mit dem Manley-Plugin bringt schon ordentliche analoge Klänge.
Traktor oder Serato?
There is no laptop-DJ here tonight… Mir macht es keinen Spaß, während des Sets am Laptop Tracks rauszusuchen und die dann über nen Kontroller zu mixen. Ich habe früher nur mit Vinyl aufgelegt und gelernt, damit umzugehen. Heute aber nutze ich ganz gerne die Pioneer CD-Player. Das Handling ist einfach super und kann dem Spaßfaktor eines Plattenspielers das Wasser reichen. Dass jedoch auf manchen Veranstaltungen bewusst auf Plattenspieler verzichtet wird, finde ich nicht gut. Meiner Meinung nach gehört Vinyl zum DJing dazu.
Allen & Heath Xone oder Pioneer DJM?
Ich bevorzuge den Pioneer-Mixer. Die Entwicklung von Pioneer-Mixern und CD-Playern ist klasse. Man hat so viele Möglichkeiten an Mix-Skills. Das macht schon einen großen Unterschied, wenn ich da an meinen ersten Mixer denke. Ecler MAC 6-2E.
Berlin-Underground oder Ibiza-Mainstream?
Ibiza-Mainstream oder Berlin-Underground: Hauptsache mit ner fetten PA. Wenn man den Bass reindreht und es so laut wummert, dass alle Regenwolken vom Himmel geblasen werden. Das macht ordentlich Spaß!
Maintime oder Afterhour?
Maintime ist toll. Aber Afterhour spiele ich auch gerne, weil man dann experimentell sein kann und die Leute anders mitgehen. Aber wenn Afterhour, dann zum richtigen Zeitpunkt und am liebsten OpenAir, wenn die Sonne aufgeht!
The Doors oder Depeche Mode?
Mit den Doors habe ich meine erste Tüte geraucht:) Und Depeche Mode sind einfach gut. Deren Sound geht unter die Haut!
Politisch engagiert oder desinteressiert?
Mein Interesse für Politik war noch nie besonders groß, aber ich denke, man darf das Thema auch nicht komplett an sich vorbeiziehen lassen .Wir sind ja schließlich alle betroffen.
DJ oder Produzent?
Am Wochenende DJ und unter der Woche Produzent. Aber auch am Wochenende produziere ich gerne. Am liebsten außerhalb des Studios in der freien Natur. Ich habe mir mein Setup so zurecht gelegt, dass es mit einem kleinen Generator von Honda möglich ist, überall zu produzieren wo es mir gefällt. Am See, im Wald, in Nidda, auf Ibiza, auf meinem Hof oder am schönen Paradiesstrand in Düsseldorf-Lörick, wo man durch vorbeifahrende Schiffe und das fließende Wasser immer wieder neu inspiriert wird. Das ist toll. Die Umgebung in der Natur bietet meiner Kreativität großen Freiraum.
Festival oder Club?
Ich bevorzuge es, meinen Sound vor der Masse zu spielen, hatte aber auch schon sehr tolle Club-Erlebnisse, z.B. bei meinem letzten Acht-Stunden-Set auf der Private Monkey im 102. Das war der Oberhammer.
www.soundcloud.com/datamash-music






