Freitag, 30. Juli 2010

Bruce Willis in “Surrogates” (Walt Disney) Start: 21.01.10


2. Februar 2010 // Kino, Movies  

surrogates

Früher hatten höchstens Buddhisten die Chance auf ein wie auch immer geartetes zweites Leben. Heute kann jeder sich in virtuellen Welten wie World of Warcraft oder Second Life seine Zweit-Existenz nach den persönlichen Vorlieben gestalten. Die Ängste und Erwartungen, die solche Parallelwelten wecken, sind in Hollywood grad sehr en vogue: James Cameron lässt in Avatar das Bewusstsein eines Soldaten in einen Alien-Körper übertragen und in Gamer mit Gerard Butler werden Menschen von einem zahlenden Publikum ferngesteuert. Regisseur Jonathan Mostow (Terminator 3) zeigt uns in Surrogates wenigstens eine Welt, in der man am eigenen digitalen Schaltknüppel sitzt: Die Menschen bleiben in ihrem sicheren Zuhause und leben ihr Leben nur noch durch Roboter-Marionetten mit Modelmaßen. Verbrechen gehören der Vergangenheit an – bis eines Tages die Zerstörung zweier Surrogates auch den Tod ihrer Lenker nach sich zieht. FBI-Agent Tom (Willis) schrottet bei den Ermittlungen sein Surrogate und muss, um die Verschwörung hinter den Morden aufzudecken, wieder in Fleisch und Blut vor die Tür. Zusammen mit seiner Kollegin Jennifer (Mitchell) findet er heraus, dass der Anschlag auf die Surrogates deren Erfinder Lionel Canter (Cromwell) galt…

Klingt nach frischem Wind im Sci-Fi-Genre. Doch Surrogates erweist sich trotz seines hohen Unterhaltungswerts als alter Wein in neuen Schläuchen – und mit Willis steckt auch derselbe alte Action-Darsteller im jugendlich-makellosen Roboterkörper. Wobei man nahezu erleichtert ist, wenn dessen blonde Schmalzlocken-Frisur Marke Florian Silbereisen wieder Willis realem Kahlkopf weicht. Schauspielerisch glänzen kann der Die Hard-Darsteller nicht – dazu ist die Story einfach zu sehr nach Schema-F gestrickt. Ein paar packende Action-Szenen und die übliche Mischung aus Humor in der Gegenwart des Helden, nebst tragischer Vorgeschichte, halten unser Interesse. Aber die fesselnden Fragen, die der Vorspann aufwirft – und die noch etwas an Anspruch vermuten ließen – werden nicht weiter thematisiert. Fazit: Die Vision der totalen Technisierung macht Spaß – aber mehr auch nicht.

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Kommentare

Eine Antwort auf “Bruce Willis in “Surrogates” (Walt Disney) Start: 21.01.10”
  1. Martin sagt:

    Als ich den Trailer zum ersten Mal gesehen habe, musste ich direkt an den Film I-Robot denken. Es sieht alles wirklich nett gemacht aus, aber die Idee ist einfach zu stark entlehnt aus den Filmen I-Robot und Avatar. Durch den aktuellen Rummel wird dieser Film vermutlich als billige Kopie im Schatten verschwinden… Sobald der Film in der Videothek angeboten wird, werde ich ihn mir allerdings trotzdem ausleihen und anschauen… Bruce Willis ist einfach ein Grund sich Filme anzuschauen.

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