Samstag, 04. Februar 2012

Neu im Kino: Mr. Nobody


7. Juli 2010 // Kino  

Mr. Nobody_Hauptplakat(495x700)

Regie: Jaco von Dormael

Min.: 139

Genre: Sci-Fi-Drama

Hauptdarsteller: Jared Leto, Diane Kruger, Sarah Polley, Rhys Ifans, Juno Temple, Clare Stone, Natasha Little, Linh Dan Pham

Start: 08. Juli 2010

Wertung: 5/6

Kritik:

„Nobody’s Perfect“ möchte man manchem Filmemacher aufmunternd zurufen, die Meister der vertrackten Erzählweise wie Christopher Nolan nacheifern. Jaco von Dormaels Sci-Fi-Drama „Mr. Nobody“ muss den Vergleich mit Nolan allerdings abgesehen vom relativ einfach zu erahnenden Schluss-Twist nicht scheuen. Die Geschichte von Nemo Nobody (Leto), dessen Eltern sich trennen, als er neun ist, gibt dem Zuschauer genügend Rätsel auf, um durchweg spannend zu bleiben. Am Bahnhof muss Nemo sich entscheiden: Soll er bei seinem Vater (Ifans) im Heimatdorf bleiben? Oder mit der Mutter (Little) in die Großstadt gehen? Nacheinander zeigt uns Dormael in einer gigantischen Was-wäre-wenn-Story, wie Nemos Leben verlaufen könnte. Wird er im Haus seiner Mutter mit Stiefschwester Anna (Kruger, Temple) eine heimliche Romanze beginnen? Oder während er sich um seinen gelähmten Vater kümmert, der selbstzerstörerischen Elise (Polley, Stone) hinterherjagen? Entscheidet er sich für die ehrgeizige Jeanne (Pham), winken Reichtum und Luxus, aber auch Langeweile. Doch Nemo steht nicht nur zwischen seinen Elternteilen, drei Frauen und zahllosen Karrieren als Schriftsteller, Fernseh-Physiker und Obdachloser – sondern auch sich selbst im Weg: In der fernen Zukunft erinnert er sich als letzter Sterblicher unter dekadenten nicht alternden Menschen an all seine Leben. Doch welches ist das Richtige?

Klingt kompliziert, oder? Aber weil „Mr. Nobody“ über erzählerische Finessen hinaus auch auf emotionaler Ebene überzeugt, bleibt die Unterhaltung beim Grübeln nie auf der Strecke. Jede einzelne Geschichte ist trotz des Spiels mit dem Butterfly Effect realistisch und voller Überraschungen. Zudem sieht „Mr. Nobody“ einfach atemberaubend aus! Ob in der futuristischen Stadt des greisen Nemos, im Weltraum auf dem Weg zum Mars, in gigantischen Metropolen oder in der Kleinstadt – Kameraführung und Schnitt sind ein wahrer Augenschmaus. Die Schauspieler fügen sich in diese perfekte Optik nahtlos ein. Jared Leto macht einen genauso guten Job wie Diane Kruger, die mit dunklen Haaren sehr viel nahbarer und echter wirkt, als mit ihrer kühlen blonden Mähne. Fazit: Ästhetische Bilder, überzeugende Schauspieler und eine fesselnde Erzählweise ergeben einen durchweg unterhaltsamen, berührenden Film, der einzig durch seine allzu einfache Auflösung etwas enttäuscht.

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