Samstag, 04. Februar 2012

Neu im Kino: Please Give


7. Juli 2010 // Kino  

Please Give_Hauptplakat(494x700)

Regie: Nicole Holofcener

Min.: 90

Genre: Komödie

Hauptdarsteller: Catherine Keener, Amanda Peet, Oliver Platt, Rebecca Hall, Sarah Steel, Ann Guilbert.

Start: 08. Juli 2010

Wertung: 4/6

Kritik:

Wie viel Wohltätigkeit ist zu viel des Guten? Dieser Frage geht Nicole Holofcener in ihrer Komödie „Please Give“ auf unterhaltsame und einleuchtende Weise nach. Die Geschichte von Kate (Keener), die zusammen mit ihrem Mann Alex (Platt) ein Möbelgeschäft in New York betreibt und ein schlechtes Gewissen hat, weil sie die Möbel oft den Kindern Verstorbener zu Spottpreisen abluchst, mutet an wie ein Woody-Allen-Film – ohne dessen Umständlichkeiten. Kate versucht das schlechte Gefühl in der Magengegend, das ihr einträglicher Job ihr bereitet, durch exzessives Spenden zu bekämpfen. Tochter Abby (Steel) lechzt nach einer 200-Dollar-Jeans, doch Kate investiert das Geld lieber in Fremde: Kein Obdachloser kommt ohne Almosen davon. Andererseits warten Kate und Alex wie Aasgeier darauf, dass die alte Dame (Guilbert) im Appartement nebenan das Zeitliche segnet, damit sie ihre Wohnung kaufen und das eigene Domizil beträchtlich vergrößern können. Von Gewissensbissen geplagt lädt Kate die Oma nebst ihren Enkelinnen Mary (Peet) und Rebecca (Hall) zum Essen ein. Diese ahnen nichts Gutes, aber sind auch zu höflich, um die Einladung auszuschlagen. Als Alex ein Auge auf Mary wirft, gewinnt der Teufelskreis von Gier und Schuldgefühl noch mehr an Brisanz.

So bissiger wie geistreicher Humor ist angesichts des Plots ein Muss – und ein Plus. Filme, die dermaßen exakt den Zeitgeist sowie die Probleme und Gedankengänge – von US-Amerikanern wiedergeben, hier insbesondere der New Yorker Oberschicht, sind sehr selten.

Die kautzig-sympathischen Charaktere werden besonders New York-Fans schnell ans Herz wachsen. Abgesehen davon sind die nuancierten Performances des Casts und deren komödiantische Timing abseits von Schenkelklopfer-Zoten allemal das Eintrittsgeld wert. Fazit: Intelligentes Entertainment für gestresste Großstädter.

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