“Up In The Air” mit George Clooney seit 04.02. im Kino
Wenn ich in ein Flugzeug steige, fühlt sich die Zeit in der Luft an, als hätte jemand die Pausentaste meines Lebens gedrückt. Wenn Ryan Bingham (George Clooney) in Jason Reitmans faszinierenden Film Up in the Air ein Flugzeug besteigt, fühlt er sich erst so richtig lebendig: „To know me, is to fly with me. This is where I live.“ Bingham ist 322 Tage im Jahr unterwegs, um Leute zu feuern, deren Chefs zu feige sind, ihre Angestellten selbst rauszuwerfen. Mit einem ermutigenden Lächeln überbringt Bingham die schlechte Nachricht – und verkauft sie den Entlassenen als Chance, sich längst vergessene Lebensträume zu erfüllen. Ryan selbst hat nur einen Wunsch: Mehr als 10 Millionen Flugmeilen auf seinem Konto anzusammeln, damit ein Flugzeug seinen Namen trägt. Regelmäßig hält er Motivationsreden darüber, dass alles, was einem wichtig ist, in einen Rucksack passen sollte. Mehr Dinge, mehr geliebte Menschen behindern uns nur: „The slower we move the faster we die. Make no mistake, moving is living. Some animals were meant to carry each other to live symbiotically over a lifetime. Star crossed lovers, monogamous swans. We are not swans. We are sharks.“
Wegen allem, was er tut und sagt, könnte man Ryan verabscheuen. Doch durch Clooneys herausragendes Spiel wird die Figur seltsam sympathisch. Regisseur Reitman legt dem Beziehungs-Phobiker statt Steine Frauen in den Weg. Überfliegerin Natalie (Anna Kendrick) will Ryans Firma revolutionieren, indem sie das Feuern per Videochat vorschlägt, wodurch Ryans Jet-Set-Lebensstil unmöglich würde. Mit Geschäftsfrau Alex (Vera Farmiga) beginnt Ryan eine beiläufige Affäre – mit Potential. Das klingt, als würde Reitman in Sentimentalitäten abdriften. Aber Up in the Air bleibt auf Kurs bis zum bitteren Ende. Selten hat ein Film den Zeitgeist einer Ära so erfasst, noch bevor diese vorbei war. Wundervolle Landschaftsaufnahmen aus der Vogelperspektive, schauspielerisch Höchstleistungen bis in die kleinste Nebenrolle und intelligente Dialoge machen Up in the Air zu einem Film, den niemand verpassen sollte.









