Samstag, 31. Juli 2010

“Bad Lieutenant” mit Nicolas Cage seit 25.02. im Lichtspieltheater


2. März 2010 // Musikthemen  

BadLieutenant_poster_04

Wer angesichts des Titels an ein echtes Remake von Abel Ferraras Bad Lieutenant aus dem Jahr 1992 denkt, kennt Werner Herzog schlecht. Das Einzige, was Herzogs und Ferraras böse Cops verbindet, ist ihre Vorliebe für harte Drogen und Sex. Wo es bei Ferrara um katholisches Schuldgefühl und das Abdriften in eine Art persönliche Hölle ging, ist das höllische Szenario kurz nach Hurrikan Katrina für Lt. Terence McDonagh (Cage) eher ein Land, in dem Milch und Honig, bzw. Koks und Vicodin fließen. Letzteres Schmerzmittel bekommt McDonagh wegen der Rückenverletzung verschrieben, die er sich bei der Rettung eines Häftlings aus einer überfluteten Zelle zuzog. Eine echte Dummheit, so eine gute Tat. Seit der daraus resultierenden Beförderung ist es für Donagh allerdings noch leichter, Drogen aus der Asservatenkammer des Polizeireviers zu stibitzen – wenn er gerade kein Teenagerpärchen beim Drogenbesitz ertappt und Heroin nebst sexueller Gefälligkeiten von diesem erpresst. Seine Freundin, das Callgirl Frankie (Mendes), hat vollstes Verständnis für die kriminellen Eskapaden ihres Schatzes und immer eine Prise Kokain für ihn parat. Ganz nebenbei versucht McDonagh, den Mord an einer senegalesischen Familie in Verbindung mit deren Drogenhandel aufzuklären. Trifft sich gut, dass der Hauptverdächtige Big Fate (Xzibit) ganz dick im Drogenhandel ist und Lt. McDonagh Leguane und Krokodile in seinem Dauerrausch um einiges verdächtiger vorkommen, als Big Fate.

Bad Lieutenant ist mit Abstand der durchgeknallteste Film des Jahres. Cage schießt über jedes Ziel hinaus: Manisch, panisch und paranoid folgt seine Figur einer unendlichen Koks-Line, die ihn zu einer Art von Happy-End führt, mit dem keiner rechnet. Entweder man mag das Mäandern abseits des kaum vorhandenen Plots, oder Bad Lieutenant langweilt einen die meiste Zeit. Das größte Plus des Films sind die provokanten Kameraperspektiven und der hoffentlich beabsichtigte Humor innerhalb der Geschichte von Cages Figur, die mit jeder Minute mehr zur Karikatur wird. „You cannot get away with that cowboyshit anymore“, wird McDonagh vom Vorgesetzten gewarnt. Herzog allerdings schafft genau das: Sein Film folgt wie McDonagh und die Protagonisten des Wilden Westens keinem Gesetz.

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