Cari Lekebusch – Auf ins nächste Level!
Cari Lekebusch mischt schon seit den 90er Jahren in der weltweiten Techno- und Houseszene mit. Früher releaste er unter verschiedenen Namen. Das würde heute seiner Ansicht nach die Hörer aber mehr verwirren als ihm selbst nutzen. Auch in Anbetracht der Masse an aktiven Producern auf dem Markt. „Es fühlt sich im Moment natürlich auch richtig an, die verschiedenen Seiten meiner Produktionen unter einem Namen zu präsentieren. Dadurch halte ich mir auch Überraschungen offen. Ich will schließlich nicht, dass die Leute denken, ich könne nur eine Richtung.“
Besonders durch die berühmt-berüchtigte Welle des sogenannten Schweden-Techno rückten Caris Platten in der zweiten Hälfte der 90er in den tanzenden Vordergrund. Das Ende dieses Hypes sieht er heute recht gelassen. „Es ist doch wie ein gutes DJ-Set, oder? Du baust es auf und erreichst einen Punkt an dem nichts mehr geht, also musst du nach dem Höhepunkt wieder runterfahren. Früher produzierte ich viel mehr Tracks als jetzt und die intensivsten fanden viel Beachtung. Und ich habe schon echt viele verschiedene Wellen mitgemacht. Mal war Techno viel schneller, dann langsamer, dann wieder schneller und nun ist es eben wieder langsamer und auf die Essenz reduziert. Das wird auch nie aufhören, sich höchstens durch den Wechsel der Generationen von DJs und Clubbern etwas ändern.“
Gerade beim Techno war Lekebusch ja schon immer jemand, der gerne Grenzen ausweitete. Wer erinnert sich nicht an seine schrägen wie schiebenden, vocoderhaltigen Tracks auf Labels wie Hybrid. Stillstand scheint für den Schweden schon immer gleichbedeutend mit Tod. „Wenn Wasser sich nicht bewegt, wird es schal und du kannst es nicht mehr trinken. Daher müssen wir die Musik verändern und in verschiedene Richtungen ausweiten. Es ist natürlich schwer, das immer zu tun und manchmal bringen dich auch ein paar Schritte rückwärts nach vorne. Von Zeit zu Zeit passiert auch Mist, und deine Experimente fliegen dir um die Ohren. Aber sich am Rand zu bewegen macht mehr Spaß, als auf Nummer sicher zu gehen.“
Aktuell veröffentlicht Cari Lekebusch auf H.Productions ein neues Album namens „State of Art“. Eine Platte „voller pure extraordinary Techno mainly constructed for DJs and music eaters“, wie der Producer stolz verkündet. Der Albumtitel ist als erster Schritt der Umgestaltung von Caris Label und seiner Kunst zu verstehen. „Manche Dinge müssen von Zeit zu Zeit gemacht werde. Man sieht, nachdem man Erfahrungen gesammelt hat, einen neuen Weg, um an einen Punkt zu kommen, zu dem man hinwill. Mit dem Albumtitel ist der höchste Punkt einer Entwicklung (eines Prozesses, einer Technik oder Wissenschaft) gemeint, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht wurde, für gewöhnlich als Ergebnis moderner Methoden. Es ist so, dass ich weiß, dass ich es besser kann, aber für diesen Moment ist das Geleistete das höchste Level oder am nächsten daran, was ich gerne schaffen würde. Und bald wird es mir möglich sein, Erfolg zu haben und noch näher den Punkt zu erreichen, an den ich hin will. Und so weiter…“
Im Vergleich zu den Vorgängeralben bezeichnet Herr Lekebusch sein neuestes Werk als „organischer und flüssiger“, die Tracks und Tempi sind mehr miteinander verbunden. Doch warum schätzt jemand wie er, der in den letzten Jahren auch schon einige digitale Releases auf den Markt brachte, überhaupt noch das Albumformat, das doch gerade im Techno gerne belächelt wird? „Ich sehe das ein wenig wie kurzes DJ-Set gegen langes DJ-Set. Wenn man ein zweistündiges Set spielt, kann man natürlich nicht die gleiche lange Story erzählen, als wenn man vier Stunden auflegt. Durch das Release eines Tracks kann man nicht seine ganzen Stimmungen und Kräfte aufzeigen. Ein guter Grund, ein Album zu machen. Es ist ja auch so, dass ihr Journalisten meist mehr über Alben schreibt, als über Singles. Und es macht natürlich Spaß, einige Extras zur Albumveröffentlichung zu bringen. Also Release Partys oder besonders coole Artworks, Videos und solche Dinge.“














