Donnerstag, 23. Mai 2013

Four To The Floor: VJ-Special 2/4: Frischvergiftung (Stuttgart)


11. August 2010 // Musikthemen  

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Woher kennt man euch im Bereich der elektronischen Musik?
Am meisten wohl durch unsere Residency im Stuttgarter Club Rocker 33, die uns alle Freiheiten lässt, was ein abwechslungsreiches Leinwand-Setup zulässt. Zudem sind wir auch oft bundesweit unterwegs. Dabei versuchen wir nur auf Partys zu performen, wo wir auch privat hingehen würden. Alles in allem ist das meist im TechHouse-Bereich angesiedelt. Max gestaltet zudem Cover-Artworks für einige Labels wie Connaisseur, Get Physical oder Mothership, wo immer wieder auch Visual-Jobs für Touren oder Labelnights gefragt sind.

Was macht ihr dann noch darüber hinaus?
Wir sind beide Grafiker, was natürlich auch den Visuals zugutekommt. In letzter Zeit konnte wir unser über die Jahre angesammeltes Know-How auch für einige Projekte außerhalb der Club-Kultur nutzen. So haben wir zum Beispiel den Trailer für das Bundesfestival Video 2010 oder andere eher kommerzielle Events gemacht. Das ist sehr interessant mal einige Tage an einer 40-sekündigen Animation zu feilen, statt alles live zu erzeugen, wie wir das sonst tun.

Wie seid ihr/bist du zur VJ-Kunst gekommen, gibt es ein Vorbild?
Die Frischvergiftung fing eigentlich als Partyreihe an. Dafür haben wir dann immer passend zum Flyer auch Visuals auf DVD gemacht. Irgendwann waren wir dann mal auf einer Stuttgarter Party und haben über die scheußlichen Visuals abgebitcht, als uns jemand fragte ob wir das besser könnten. Da gabs natürlich dann kein entrinnen. Zwei Wochen später und um 40 EUR ärmer (für einen low-end Analog-Videomixer bei Ebay) hatten wir unseren ersten Gig im Colibri in Stuttgart. Schade dass es inzwischen abgerissen wurde, das ehemalige Kino war natürlich der Hammer für Visuals. Vorbilder gibt es keine direkten, aber Fans sind wir z.B. von der Pfadfinderei, die hier auch links oder rechts von uns interviewt werden, Anti-VJ oder jedes andere Team das was Neues auf die Beine stellt.

Wie sieht euer technisches Set-up aus?
Von der Signalerzeugung her zwei Laptops, Midi-Eingabegeräte, VGA-Switcher (wann erfindet endlich mal einer einen günstigen VGA-Mixer?) und zwei Triple-Head Grafikkarten. Als Projektionflächen suchen wir uns meist architektonische Elemente im Raum oder basteln auch mal grosse Leinwände.

Discotronic Night Teaser / Joris Voorn from Frischvergiftung on Vimeo.

Habt ihr eine „Spezialität“?
Unseren Stil würde man vielleicht am besten als collagenhaft umschreiben. Wir verwenden sehr wenig Real-Video und anmieren hauptsächlich Stills in vielen Ebenen übereinander. Das ganze soll ordentlich pumpen, wir haben ganz klar das Ziel die Party mit unseren Bildern zu pushen.

Wie seht ihr euer Standing interviewt der Szene und bei den Clubgängern?
In der VJ-Szene haben wir uns sicherlich schon einen Namen gemacht, obwohl wir gerade bei der Dokumentation unserer Arbeit immer hinterherhinken. Die Clubgänger reagieren alle positiv auf unseren Stuff, es kommen auch ständig Leute her die sich interessieren, oder, hier in Stuttgart vor allem, sich Bilder von vorangegangen Partys wiederwünschen. Visuals geben einer Veranstaltung schon das gewisse Extra, was vor allem dann auffällt, wenn es keine Visuals gibt.

Euer außergewöhnlichstes Projekt?
Da müsste man einiges nennen, toll wars aber vor allem im letztes Jahr beim Mapping VJ-Festival in Genf. So ein Set-up hatten wir noch nie – mit 16 Beamern! Äußerst gepflegt auch die Party mit Sven Väth im November in der Stuttgarter Carl-Benz-Arena, eine Leinwand so gross wie ein Haus. Und neulich haben wir auf einer Benefizveranstaltung für krebskranke Kinder gespielt, das war natürlich ein heikles Thema und es durfte auch nicht so discomässig sein.

Eure kommenden Projekte:
Weiterhin viele Auftritte natürlich und dann bereiten wir einen live AV-Act mit Elektrischblau, einem elektronischen Act aus Stuttgart, für den Herbst vor.

Welchen Künstler würdet ihr/würdest du gerne mal visuell in Szene setzen?
Klar, sowas wie Depeche Mode oder ein für neue Medien so offene Band wie Nine Inch Nails. Gerne würden wir mal aus der Technoschiene ausbrechen für ein ganz akustisches Projekt. Wir sind große Fans von skandinivischen/isländischen Bands wie Múm und Ólafur Arnalds. Livekonzerte grafisch zu illustrieren ist nochmal eine ganz andere Herausforderung.

Frischvergiftung @ Mapping Festival ’09 from Frischvergiftung on Vimeo.

www.frischvergiftung.de