Freitag, 30. Juli 2010

Funkagenda – Disziplin und 20 Tassen Tee


30. Januar 2010 // Musikthemen  

Funkagenda meets dramatische Wolken

Bis vor zwei Jahren kannte man Adam Walder alias Funkagenda hierzulande kaum. Seither ist viel passiert. Spätestens nach der Neuauflage des Laurent Garnier-Klassikers „The Man With The Red Face“, der 2008 zur Ibiza-Hymne wurde, war der Brite in aller Munde. Remixaufträge für Basement Jaxx, Moby oder Dirty Vegas sind brav erledigt worden, aber auch für eine Nummer der Black Eyed Peas durfte er sein Songwriting-Talent beweisen. Allein im letzten Jahr landete er mit drei Songs direkt auf dem ersten Platz bei Beatport. Eine beachtliche Statistik, die nicht von allein gekommen ist. Adam Walder ist ein Workaholic und geht, im Gegensatz zu vielen Kollegen, einem geregelten Arbeitstag nach. Viel Tee und eine Menge Disziplin sind sein Erfolgskonzept.

Du hast die neue Toolroom Knights Compilation gemixt. Worauf können wir uns freuen und was war wichtig für dich als du dich an die Arbeit gemacht hast?
Ich habe versucht zwei völlig unterschiedliche Mixe zu machen. Die erste Disc geht es ruhig an mit Ambient Sounds und arbeitet sich zum Ende hin in Richtung Techno. Eigentlich kann man den ersten Teil ideal im Auto oder beim Chillen zuhause genießen. Der zweite Silberling ist ein typisches Clubset von mir mit vielen Acapellas. Der perfekte Start für die Nacht. Der Flow war mir unglaublich wichtig. Die Tracks mussten perfekt zueinander passen und mit einigen Effekt-Tools klingt das Ganze aus einem Fluss. Zumindest hoffe ich das (lacht).

Letztes Jahr war dein richtiger Durchbruch. Wie kommst du damit zurecht?
Ganz ehrlich, darüber denke ich gar nicht nach. Ich konzentriere mich lieber auf meine Musik. Wenn ich darüber nachdenken würde, wäre mein Fokus darauf bedacht es den Leuten recht zu machen und ich wäre nicht mehr bei der Sache, dass zu tun was ich liebe. Ich denke, das wollen die Leute doch von mir hören.

Wie bist du an Mark Knight geraten?
Ich arbeitete ein wenig mit an der „Toolroom presents Saturday Sessions Vol. 1 EP“. Mein guter Freund James Algate machte ebenfalls eine EP für Marks Label, an der ich auch beteiligt war. Kurz danach wollte er mich persönlich kennen lernen. Seither habe ich an fast jedem Mark Knight Solo Release mitgearbeitet. Das ist natürlich eine große Ehre für mich.

Von Mark Knight wissen wir, dass du täglich 20 Tassen schwarzen Tee trinkst. Ist das deine persönliche Droge, um den Tag zu genießen?
Momentan habe ich es etwas runtergefahren, da ich weg vom Koffein will (lacht). Ich trinke jetzt lieber Kräutertee. Trotzdem komme ich damit noch auf 10 Tassen pro Tag. Ohne schwarzen Tee konnte ich lange den Tag nicht beginnen lassen.

Wie schaut eigentlich dein typischer Tagesablauf aus?
Ich bin früh auf den Beinen und nach dem Frühstück checke ich sofort meine eMails und was sich bei Twitter so getan hat. Spätestens um 10 bin ich im Studio. Mittags darf der Gingerbread Latte von Starbucks nicht fehlen, danach wird weiter an Tracks gebastelt. Um 20 Uhr geht es meistens nach Hause und nachdem ich noch was getwittert hab hopse ich schon ins Bett. Das ist meine Woche. Spannend, nicht wahr (lacht)?

Wie sieht deine Rolle bei Toolroom aus?
Das wird manche wohl überraschen, aber ich arbeite gar nicht für das Label. Okay, ich helfe bei manchen Produktionen und mache das Mastering oder bearbeite sie hier und da. Dazu muss ich sagen, dass mein Studio direkt am Toolroom Büro angrenzt und Mark sich die Räume mit mir teilt, aber ich habe keine offizielle Funktion für das Label. Wenn ja, wäre ich wohl der Büro-Idiot.

Du bist noch ein echter Youngster. Trotzdem hast du bestimmt schon einige unvergessene Momente erlebt. Welche waren es bis jetzt?
(lacht) Da fühle ich mich aber geschmeichelt. So jung bin ich gar nicht mehr. Ich habe so viele schöne Momente erlebt, dass es mir schwer fällt einen rauszupicken. Meine Aufgabe als DJ ist es jedenfalls, den Leuten eine unvergessliche Nacht zu bieten. Ich bin noch auf der Suche nach dem perfekten Gig…

Wenn du nicht mehr so jung bist, dann hast du bestimmt eine spannende Vorgeschichte, bevor du zur elektronischen Musik gekommen bist. Was hast du davor gemacht?
Ich hatte mich schon immer mit dem technischem Teil von Musik beschäftigt und Dance Music war auch immer ein großer Bestandteil meines Lebens. Ich denke, das war ein ganz natürlicher Prozess, denn elektronische Musik hat sich selbstverständlich am meisten mit dem technischen Aspekt beschäftigt. Man kann diese Musik nicht ohne Sampler, Drum Machines oder Synthesizer machen. Ich habe mich an verschiedenen Musikstilen versucht wie Hip Hop, Ambient, Drum’n’Bass oder Techno. Ich liebe die Abwechslung.

Laut verschiedenen Quellen stellt Technics dieses Jahr seine Produktion für die legendären Plattenspieler 1200er und 1210er ein. Ist das eine schlechte Nachricht für dich?
Das ist bestimmt nur ein Gerücht. Ich habe neulich gehört, dass sie es doch nicht einstellen wollen. Die Technics 1200er sind genial. Es sind meine ersten Plattenspieler gewesen und ich habe sie immer noch. Sie sind zuverlässig und unglaublich langlebig, daher werde ich meine wohl noch ewig haben. Falls es allerdings doch passiert, dass die Produktion eingestellt wird, reflektiert es doch nur die Industrie und wohin die Reise gehen wird. Ebenfalls geschockt war ich von der Nachricht, dass die Produktion für die Roland TB303 eingestellt wurde. Eine einwandfrei funktionstüchtige kriegst du nicht unter 1500 Pfund!

www.myspace.com/funkagenda
www.twitter.com/funkagenda

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