Freitag, 30. Juli 2010

Remute – Eine Orgie mit viel Herzblut


11. März 2010 // Musikthemen  

Remuteambahnhof

„Die Maschinen stehen niemals still“ sagte uns Denis Karimani alias Remute im vergangenen April, als wir uns mit ihm über sein damals erscheinendes Album „Grand Glam“ unterhielten. Das kann man wohl anhand der Ankündigung seiner neuen LP „The Orgy“, welche Mitte März releast wird, wörtlich nehmen. Aktuelle Hits aus dem letzten Album wie „Zuendlie“ oder „Lampuca For Everyone“, laufen immer noch rauf und runter in den Clubs sowie Radios dieser Welt, da stehen schon die nächsten 14 Tracks in den Startlöchern. Man wird irgendwie das Gefühl nicht los, dass dieser Mann anders tickt. Anders tickt in dem Sinne, dass er wesentlich weniger Schlaf, wesentlich weniger Pausen und generell wesentlich weniger Zeit braucht um das zu tun, wofür andere Jahre brauchen. Wir fragten beim Hamburger an und baten ebenfalls um Aufklärung, weshalb uns beim öffnen der CD-Hülle ein eingeklebtes, mit Blut beschmiertes Stück Pflaster anlächelt (Ein Beweisbild findet ihr am Ende dieser News)…

Denis, weshalb releast man innerhalb so kurzer Zeit eine neue LP?

„Ich ruhe mich ungern auf meinen Lorbeeren aus. Durch diese Geschwindigkeit sammelt sich eben schnell neues Material an. Dementsprechend steigt die Releasefrequenz an. Ich bin niemand der einmal in fünf Jahren One-Hit-mäßig auffällt und dann endlos mit dem selben Material herumgurkt. Ich suche ständig nach Abwechslung und lade den Hörer daher ein, mit mir auf der Überholspur zu fahren. Die neuen Werke sind von der Soundästhetik weitaus roher und direkter, als die Stücke auf “Grand Glam”. Vielleicht wieder ein Stück mehr in Richtung Oldschool-Techno mit ausgefeilten Newschool-Möglichkeiten von Heute, also irgendwo zwischen Old- und Nu-Rave. Ich nenne das ganze immer ‚True Rave‘.“

Woher holst du dir deine Inspiration für so viel Material?

„Die meisten Tracks sind komplett live während meinen Auftritten entstanden. Die größte Inspiration war folglich die Reaktion der Leute auf den Partys. Ich habe mich voll und ganz diversen Stimmungen und ‚Vibrations‘ aus den Clubs hingegeben und so durch Improvisation auf meinen Maschinen immer versucht, das Orgiastische aus einer Nacht mitzunehmen. Das Ergebnis ist nun „The Orgy“ – für Zuhause“

Super Vorlage, diesen Namen musst du uns nämlich erklären!

„In den Tracks feiern Sounds verschiedenster Natur ausgelassen und heiter mit-, neben- und übereinander. Sie denken nicht ans Morgen und geben sich kurzweilig Effekt-Exzessen hin. Befreit von jeglicher Höflichkeit und Politcal Correctness zelebrieren sie DIE ORGIE.

Im Inlay der CD findet man eine Blutspur. Wieso und weshalb?

„Da das CD-Album mehr und mehr zu einem Sammlerobjekt wird, wollte ich etwas besonderes bieten. Jedes Package beinhaltet echte Remute-Herzblut. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr könnt euch mit dem Album also ein Stück Remute ins Regal stellen. Und weir weiß? In ein paar Jährchen könnt ihr euch aus dem Blut vielleicht den eigenen Remute fürs Wohnzimmer klonen, welcher euch dann 24h Live-Musik-Service bietet. Deshalb: Jetzt zugreifen!“

Und in Track 14 gibt es diese dann live von deinen Partys zu hören?

„Jeder Track ist eine Orgie für sich, doch bei „Allnight Allright Forever“ eskaliert’s tatsächlich gewaltig (lacht)“

Wie kann man sich deine Arbeit im Studio vorstellen?

Dadurch, dass die Clubs dieser Welt quasi mein ‚Studio‘ sind und hier die Grundideen zu meinen Tracks live und in Echtzeit entstehen, arbeite ich auch in meinem realen Studio sehr ‚Hands On‘- mäßig : Statt durch Sequenz-Klötzchen-Geschiebe zu arrangieren, packe ich lieber mein Analogmischpult an und entwerfe die Tracks durch das Spiel mit den Einzelspuren. Ich finde diese Arbeitsweise gewährleistet das Maximum an eingefangener Energie und ich denke, dass man dies auch deutlich bei ‚The Orgy‘ merkt.

Wie sind deine Erwartungen an das Album?

„Ich hoffe, dass die Konsumenten da draußen dieselbe Energie beim Hören vom Album verspüren, wie sie mich bei der Produktion durchströmte. Das liegt mir sehr am Herzen. Für die beiden Album-Singles ‚Blaeserli‘ und ‚Absolutely‘ haben Deepgrove und die Snuff Crew Remixe beigesteuert. Zwei Acts, welche mich im letzten Jahr durch ihre Releases auf Cocoon bzw. Gigolo absolut umgehauen haben“.

Deine Pläne für dieses Jahr?

„Zu dem Album wird es natürlich eine Tour geben, die ‚Global Orgy‘. Los geht es bei der WMC in Miami. Bei zukünftigen Gigs werde ich zudem als absolute Neuheit, die ‚Remute Control‘, vorstellen. Mit Hilfe dieses speziellen Gadgets wird es für den Besucher möglich sein, direkt in mein Live-Set einzugreifen und gemeinsam mit mir zu jammen! Schon bald werdet ihr ein Teil des Ganzen sein. Mehr dazu in kürze.“

Du bist dafür bekannt gerne und ausgiebig zu feiern…

„Für mich gehört das Eintauchen in allen Aspekten des ‚Phänomens Party‘ unbedingt dazu. Nach meinen Gigs haue ich nicht gleich ins Hotel ab, wie viele meiner Kollegen, welche… ähm… Wein predigen aber Wasser trinken (lacht). Die wildeste Nacht des letzten Jahres ereignete sich für mich definitiv in Irland. Da dort wegen der strikten Gesetze um spätestens halb drei Schluss ist, zog der härteste Kern der Crowd gemeinsam mit der Crew und mir weiter und verwandelte ein winziges, abgelegenes Landhaus bis zum späten Nachmittag in eine Ausgeburt von Sodom und Gomorrha! Ich habe erlebt, wie sich etwa 50-60 Leute und ein Soundsystem in eine 15 m² Küche quetschten und diese zum Mainfloor umfunktionierten. Die Stimmung war mehr als Over-The-Top. Diese Form von ultrakomprimiertem Hedonismus auf engstem Raum toppte für mich definitiv jedes Festivals, jeden Club, jedes Event weltweit. Einfach aufgrund der ‚Andersartigkeit‘. Das war THE ORGY“

Wie wichtig sind Social Networks wie Facebook oder Twitter für dich?

„Social Networks sind sehr wichtig für mich. Deshalb nehme ich auch an allen gängigen mehr oder weniger aktiv teil. Sachen wie Facebook haben auch die Kommunikation zwischen Artist und Konsument grundlegend zum Positiven verändert. Ich freue mich jedes Mal ungemein direktes Feedback zu empfangen und umgehend auf dieses reagieren zu können. So ergibt sich eine sehr effektive und befriedigende Wechselwirkung, die letztlich zu noch besseren Produkten, in dem Fall Tracks, führt. Im Großen und Ganzen lebe ich also in harmonischem Einklang mit dem Web 2.0 und erwarte freudig weitere Versionen…“

„The Orgy“ erscheint am Freitag, 12.03.2010 auf “Remute Records”.

Hier das Beweisbild sowie das Making Of Video des angesprochenen Inlays…

Remute Pflaster

www.remute.org

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