Donnerstag, 23. Mai 2013

Sammelleidenschaft mit Qualitätsbonus – Dapayk


7. Dezember 2012 // Musikthemen, News  

Flyer

Wir erwischen Niklas Worgt, besser bekannt als Dapayk, auf seiner Fahrt von Ravensburg nach Basel. Viel unterwegs eben, der Mann. Doch neben dem ganzen Touring, Auflegen und Studio-Sessions ist er auch noch der Kopf des Labels Fenou.

„Einen Großteil bei der Labelarbeit übernimmt mein Partner Jan. Ich trage die Tracks zusammen, kümmere mich um Artwork und Mastering und Jan organisiert dann die Abläufe. Einen wirklichen Büroalltag habe ich nur einen Tag die Woche, die restliche Zeit sitze ich im Studio oder bin unterwegs.“

Das Label steht schon seit einigen Jahren für anspruchsvolle elektronische Musik, die eine Botschaft vermittelt und nicht stumpf vor sich hin hämmert.

„Als wir 2005 mit Fenou begannen, wollten wir eine Lücke zwischen Elektronica und melancholischem Techhouse füllen. Einerseits sollte der Sound frisch und etwas experimenteller sein, andererseits nie den Club aus den Augen verlieren. Die Platten waren dabei immer limitiert, durchnummeriert und die Cover handgemalt. Ein Liebhaber-Label mit nur drei Releases im Jahr. Da Techno seit einiger Zeit harmonischer wird, ist unser Fenou-Sound nun angesagter als je zuvor.“

Das lässt sich nur bestätigen und so ist es nicht verwunderlich, dass letztes Jahr mit „Fenou Bouquet Vol. 1“ eine Compilation erschien, die einen Querschnitt durch das Schaffen des Labels zog. Doch das war 2011 und wir nähern uns dem Ende des Jahres 2012 – Zeit, um einen weiteren Meilenstein der Label-Geschichte zu platzieren.

„Vol. 2 ist eine Reise von melancholischen, dubstep-artigen Titeln, über harmonischen Techouse zu herbstlichem Techno. Alles mit einer angenehmen, wohligen Sommerrestwärme versehen.“

Das klingt schon mal so, als wäre das rein von der musikalischen Darbietung eine Veränderung zur ersten Ausgabe. Aber nicht etwa der Sound des Labels hat sich in den letzten Monaten geändert, sondern vielmehr die Herangehensweise an die Erstellung dieser Compilation.

„Vol. 1 wurde von Marcel Knopf präsentiert und kompiliert. Er ist DJ, ich bin ein Live-Act. Marcel nimmt Musik anders wahr. Ich zerlege alles in Einzelteile, wobei er sich auf den Mix als Ganzes konzentriert. Die meisten Tracks in Vol. 2 sind leichte Edits von den Originalen. Ganz kann ich mir die Live-Act-Samplelei eben nicht verkneifen. Es ist also eher eine Erweiterung als eine weitere Fortsetzung.“

Gerade, wenn man sich überlegt, eigene Edits zu erstellen oder auch ganz allgemein eine Compilation plant, die den Sound des Labels repräsentieren soll, so muss man bei der Auswahl der Tracks ganz besonders viel Augenmerk auf Qualität und Funktionalität legen.

„Da wir nur drei Release im Jahr machen, ist die Auswahl eingegrenzt. Zusätzlich habe ich von befreundeten Acts wie Kadebostan, Douglas Greed oder Frivolous passende Tracks persönlich angefragt. Hinzu kamen Perlen wie Sascha Braemers Remix für mein “Still Believe”, den es vorher nur auf Vinyl gab. Da ich nur Fenou-Künstler oder befreundete Acts nach passender Musik gefragt habe, ergab sich der Gesamtsound von allein. Die Limitierung auf einen bestimmten Artis-Kreis macht die Auswahl einfacher, da man nicht sinnlos immer weiter nach noch besser passenden Stücken suchen muss.“

Doch gibt es einen Titel, der Dapayk besonders am Herzen liegt?

„Schwierig. Ich habe mehrere Favoriten. Mooryc’ Opening-Track mag ich sehr oder die Stücke von Douglas Greed oder Sebastian Russell.“

Was dem Dapayk auch nicht immer leicht fällt, ist die Auswahl des Artworks, denn darauf legt der Berliner immer sehr großen Wert. Und das nur, weil er sich selbst zu den Vinyl-Sammlern zählt und den Leuten, die diese Leidenschaft mit ihm teilen, ein kleines Schmankerl bieten möchte. „Die Vinyls auf Fenou sind für Sammler gedacht. Das 10″-Format ist bei elektronischer Musik selten, die Scheiben sind limitiert und durchnummeriert. Die Cover-Artworks sind handgemalt. Die Käufer sollen das Gefühl haben, ihr Geld sinnvoll in schwarzem Gold angelegt zu haben.“

Die „Fenou Bouquet Vol. 2“ ist also die neue Compilation des gleichnamigen Labels, die einen Querschnitt durch den Sound seiner Acts und Partner zieht. Dabei wird besonders viel Wert auf qualitativ hochwertige Stücke, eine breitgefächerte Musikauswahl und eine einzigartige Präsentation des Produktes gelegt. Doch Dapayk wäre nicht Dapayk, wenn er nicht schon die nächsten Projekte in der Hinterhand halten würde.

„Ende des Jahres wird eine neue vinyl-exklusive Scheibe auf meinem Sublabel DPK erscheinen, parallel eine Marek Bois auf Rrygular. Nebenbei arbeiten wir schon am nächsten Dapayk & Padberg-Album. Wir feiern 2013 zehnjähriges Projektbestehen. Nebenbei toure ich mit unserem „I Love Vinyl“-Konzept. Wir veranstalten einmal im Jahr ein Open Air, bei dem alle Acts nur Vinyl spielen, es gibt keine CD-Player oder Computer. Seit Anfang 2012 touren wir mit dieser Idee durch die Clubs. 2013 wird es „I Love Vinyl“ auch in Russland und Polen geben. Wir haben also alle Hände voll zu tun.“

Das kann man so sagen und wir warten gespannt…

www.facebook.com/dapayksolo