Nick Chacona: Die wiederentdeckte Freude an der Musik

Nick Chacona, das ist einer jener Namen, die in den ersten Wochen des neuen Jahres besonders hell in der elektronischen Musikszene aufzuleuchten scheinen. Denn Chacona veröffentlichte in jüngster Zeit nicht nur vielgelobte 12inches, sondern hat auch ein komplettes Album am Start. Das Werk namens „Love In The Middle“ erscheint im Februar auf Moodmusic (dem Label seines Kumpels Sasse). In den letzten Jahren konnte man den DJ und Producer, der in Brooklyn, New York wohnhaft ist, schon bei anderen guten Adressen wie Buzzin Fly, 20:20 Vision, Bearfunk oder Internasjonal hören. Beim nun releasten Debütalbum handelt sich jedoch keinesfalls um ein Konzeptalbum, wie Chacona im Interview erklärt. „Ich sah es eher als eine Möglichkeit, meine Ideen und Emotionen eines längeren Zeitraums zusammen zu fassen und zu verbreiten. Außerdem war es natürlich ein Karriereziel seit vielen Jahr, ein ganzes Album aufzunehmen.“
Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für Musik. Im Alter von 8 begann er Gitarre zu spielen. Von seinem 11. bis zum 22. Lebensjahr war er in Bands aktiv. „Als ich dann zur elektronischen Musik kam, war für mich sofort klar, dass ich auch selbst welche machen will. Dieses Verlangen ist etwas, das, unabhängig vom Sound, immer schon in mir drin war.“
Sein Album „Love In The Middle“ nahm Nick Chacona bemerkenswerterweise an verschiedenen Orten auf: „Ich würde allgemein sagen, dass mich viele Dinge inspirieren und beeinflussen, vor allem aber andere Musik und andere Orte. Die unterschiedlichen Vibes, die die verschiedenen Städte der Musik gegenüber haben, sind wirklich spannend. Ich lebe ja in New York, verbringe aber sehr viel Zeit in San Francisco. Während der Arbeit am Album war ich ebenso in Berlin und reiste ausgiebiger durch Europa als je zuvor.“
Einem derart intensiv Reisenden muss man da natürlich die Frage stellen, welcher Standort am meisten fasziniert hat: „In Bezug auf die Albumproduktion waren das wohl Belgrad, Südrumänien und Bukarest. Ich spielte in Belgrad, wurde dann über die Grenze zu einem Flughafen im Süden Rumäniens gefahren und flog von dort nach Bukarest. Alles was ich da unterwegs sah, jeden Ort, den ich passierte, fand ich wirklich sehr interessant.“
Einen ganz besonderen Moment erlebte er jedoch schon, bevor er sich dazu entschloss, einen Longplayer zu machen. „Ich arbeitete da schon an Material, das ich später auch für die Platte verwenden sollte. Ich erinnere mich an die wenigen Stunden, in denen ich „Turning & Tossing“ schrieb. Da war ich sehr aufgeregt und bestärkt. Zuvor hatte ich viele Monate lang starke Depressionen und war in ein tiefes, kreatives Loch gefallen. Das war auch der Punkt, an dem ich mich fragte, ob ich überhaupt weiter Musik machen soll. Plötzlich aber arbeitete ich an diesem Track und liebte es, ihn immer und immer wieder zu hören. Da erinnerte ich mich wieder, wie viel Freude, Spaß und Glück die (eigene) Musik einem bringen kann. Von da an änderte sich meine Einstellung wieder völlig und ich fand wieder die Liebe zum Produzieren. Das Album war da ein guter Kanal, meiner Kreativität wieder freien Lauf zu lassen.“
Mit diesem Wissen im Bewusstsein, kann man beim Hören der Tracks von „Love In The Middle“ die wiederentdeckte Freude an der Musik deutlich heraus hören. Seit Ende Januar ist Nick Chacona nun in Asien auf Tour. Ab Ende Februar bereist er wieder Europa, um hier im Rahmen von Promo-Gigs für das Album aufzulegen. Material für neue eigene Platten geht ihm ebenfalls vorerst nicht aus. „Ich habe als Solokünstler wirklich einige Sachen in Vorbereitung. Auch eine Anzahl von Remixen für andere Acts. Daneben gibt es dann noch meine Projekte mit Anthony Mansfield und Roy Dank von Wurst Music Co. Und meiner Freundin helfe ich gerade, ihr neues Tapetendesign-Studio zu starten, das gerade sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Wir sind beide sehr gespannt auf 2010. Es sieht aber alles danach aus, dass es sehr busy wird.“
Aktuelles Album:
Nick Chacona „Love In The Middle“ (Mood Music)Nick Chacona








