RabaukeN – auf zu neuen Ufern!
Nach erfolgreichen Events inner- und außerhalb von NRW brechen die RabaukeN um Sebastian Phillip zu neuen Ufern auf. Ab August sind die RabaukeN auch auf dem Schallplattenmarkt vertreten und wollen da natürlich genau so durchstarten wie mit all ihren anderen Projekten. Zudem wird es eine Release-Party im Studio-Club Essen geben und die RabaukeN stechen auch wieder in See. Grund genug, uns mal mit Sebastian Phillip über Label-Pläne, zukünftige Projekte und seine Stellung zur GEMA-Diskussion zu unterhalten.
Hallo Sebastian! Was hat dich dazu bewogen RabaukeN-Schallplatten zu Gründen und was versprichst du dir davon?
Erstmal vielen Dank für die Einladung zum Interview, freut mich!
RabaukeN-Schallplatten war von Anfang an in unsere Planungen mit einbezogen. Wir sind mit den RabaukeN im Bereich Veranstaltungen mittlerweile knapp über ein Jahr aktiv und haben neben unserer Club-Homebase im Royal Bambi in Dortmund auch weitere Locations in und um NRW herum unsicher gemacht. Der Masterplan hinter dem ganzen RabaukeN-Thema war zuerst, die Veranstaltungen erfolgreich zu betreiben und dann – nach und nach – verschiedene andere Projekte, wie eben unser eigenes Label, eine Booking-Agentur, ein Klamotten-Label und auch RabaukeN-Reisen anzubieten. Wie man so schön sagt: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Daher dauert es noch einige Zeit, bis wir alles, gerade auch im Detail, so umgesetzt haben, wie wir es gerne hätten.
Beim Label sieht es so aus, dass ich den RabaukeN-Residents eine Plattform für eigene Releases geben möchte. Heißt, es werden ausschließlich die RabaukeN um mich auf RabaukeN-Schallplatten veröffentlichen: M.in, Moritz Ochsenbauer, Frau Schwarzmann, Yannick Calmes, Ulf.Alexander, Rooky und Sergeij Schmidt. Und natürlich weitere RabaukeN, die im Laufe der Zeit in unsere Bande aufgenommen werden.
Welchen Sound bedient ihr mit eurem Label? Verfolgt ihr einen bestimmten Style oder werdet ihr Genre-übergreifend agieren?
Soundtechnisch sind wir sehr offen! Klar, es bleibt alles elektronisch und man wird mit Sicherheit keine Hardrock-Tracks oder Schlager bei uns hören, aber gerade im elektronischen Bereich wollen und werden wir uns nicht beschränken. Schubladendenken ist eh nicht so mein Ding und, egal ob Techhouse, Techno oder minimalere Klänge: Was gefällt wird veröffentlicht! Genau diese Vielfältigkeit werdet ihr schon beim ersten Release feststellen, da die beiden Originalstücke und die Remixe sehr unterschiedlich sind, aber am Ende doch ein roter Faden durchschimmert.
Was wird das erste Release und wird es nur digital oder auch auf Vinyl veröffentlicht?
Das erste Release kommt von mir selber, mit den Stücken Nummer 1 und Nummer 1.1. Nummer 1 wurde vom befreundeten RabaukeN M.in geremixt und Nummer 1.1 kommt mit einem Remix von Moritz Ochsenbauer und Danito um die Ecke. Veröffentlicht wird die Nummer 1 hoffentlich noch im August auf Vinyl und danach im September auch digital.
Denkst du Vinyl ist ein Muss, um als Label beachtet zu werden, oder setzt ihr auch auf andere Medien, zum Beispiel Videos zum Release auf Youtube?
Nicht unbedingt. Aber Vinyl gehört für mich einfach immer noch dazu. Ich meine: Wo kommen wir denn her? Als ich mit der elektronischen Tanzmusik in Berührung kam, gab es keine digitalen Veröffentlichungen. Nur Vinyl. Und es gibt immer noch einige Künstler, die ausschließlich mit Vinyl spielen. Auch die sollen ja in den Genuss der RabaukeN-Schallplatten kommen. Aber auch hier gilt, dass ich nichts ausschließen möchte, dementsprechend kann es sein, dass wir irgendwann manche Sachen ausschließlich digital produzieren. Darüber hinaus werden selbstverständlich auch andere Medien genutzt, insbesondere Videos. Hier haben wir uns aber noch nicht entschieden, mit wem wir zusammen arbeiten werden. Wir haben uns umgesehen und es gibt verdammt viele gute Künstler in dem Bereich. Aber warum starten wir hier nicht einen Aufruf: Wenn jemand sich bewerben möchte, um für uns die Videos zu produzieren, einfach mit Arbeitsproben an uns wenden.
Wie weit steht euer Release-Plan, wisst ihr schon wie viele Releases ihr pro Jahr machen wollt? Gibt es schon ein Bonbon, auf das du dich ganz besonders freust?
Ich freue mich auf alle Sachen, die wir geplant haben, und bin da auch immer sehr euphorisch. Ich werde nur Sachen machen, von denen ich überzeugt bin. Ob’s dann auch zum Publikum findet beziehungsweise gemocht wird, steht auf einem anderen Blatt geschrieben, würde mich allerdings riesig freuen. Ich gehe allerdings davon aus, dass wir mit Cometomusic den richtigen Vertrieb gewählt haben, um dieses Ziel zu erreichen. Pro Jahr werden wir drei bis fünf Vinyl-Releases machen, die dann auch alle mit einer Release-Party gebührend gefeiert werden. Hierzu dann aber später mehr.
Als nächstes (nach unserem Launch) freue ich mich auf Nummer 2, die bereits geplant ist und von Moritz Ochsenbauer und mir kommt. Geremixt wird ein Track von unserer Frau Schwarzmann, die im September Ihr Debüt auf Trapez feiern wird, und der andere von Pig&Dan, ein befreundetes Künstlerduo, zu dem ich hier wohl nicht mehr viel erzählen muss. Nummer 3 kommt dann direkt vom RabaukeN M.in.
Release-Partys sind gern gesehen. Wird es zu eurem Start eine Party geben, wenn ja, was können wir erwarten?
Ja, wie schon erwähnt, werden wir jedes Release mit einer Release-Party feiern. Die Release-Party zu unserer Nummer 1 wird am Samstag dem 29.09. im Studio in Essen stattfinden. Schönerweise können wir dann auch direkt in meinen Geburtstag reinfeiern. Also schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Zu den Release-Partys werden immer die Künstler des jeweiligen Releases inkl. der Remixer spielen und zusätzlich der Rest der RabaukeN-Bande, sofern alle Zeit haben und genügend Playtime vorhanden.
Du hast mit deinen RabaukeN eine enorme Fan-Base und euer RabaukeN-Boot steht hoch im Kurs. Wird es auch in diesem Jahr wieder ein Boot geben?
Ja, danke, wir haben in knapp über einem Jahr relativ viel erreicht. Ich selber bin aber nicht erst seit dieser Zeit in der Szene aktiv und habe in den vergangenen mehr als 15 Jahren an den verschiedensten Veranstaltungskonzepten zumindest mitgewirkt. Diese Zeit habe ich jedoch abgehakt und es war einfach die Zeit für die RabaukeN gekommen, mein komplett eigenes Baby. Zurück zum Boot: Klar, auch dieses Jahr stechen die RabaukeN wieder in See. Nachdem wir letztes Jahr erstmalig auf der MS Rheinenergie, die vielen auch von der PollerWiesen bekannt sein dürfte und die mit einer Zulassung für 1.650 Personen das größte Partybinnenschiff Europas ist, von Düsseldorf Richtung Krefeld geschippert sind, treiben wir es dieses Jahr mindestens genau so bunt. Mit der PollerWiesen können und wollen wir uns aber nicht messen. Die spielen in der nächsten Liga und unser Ziel ist es, dorthin zu kommen. An dieser Stelle aber noch mal vielen Dank für den Support der PollerWiesen-Crew, gerade auch im letzten Jahr. Dieses Jahr habe ich mir mit Matthias Tanzmann, Domink Eulberg und Italoboyz als Headliner selber einen Wunsch erfüllt. Matthias und Dominik sind ja erstmalig bei uns zu Gast und mit Marco Donato von den Italoboyz habe ich schon manch eine lustige RabaukeN-Nacht erlebt. Los geht’s am Sonntag dem12. August ab Düsseldorf Messe. Das Boarding beginnt um 14 Uhr und um 22 Uhr folgt dann das bittere Ende. Zumindest auf See. Danach feiern wir nämlich – auch wie im letzten Jahr – die offizielle Aftershow im 102 in Neuss. Mann, ich bekomme echt immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an das RabaukeN-Boot vom letzten Jahr zurück denke…
Wie gestaltet sich die Logistik bei so einem Boot-Event? Ist es viel schwerer umzusetzen, als zum Beispiel eine Veranstaltung im Club?
Auf jeden Fall! Im Club hast du ja in der Regel sämtliches Equipment bereits vor Ort. Beim Boot musst du so gut wie alles selber und in Eigenregie planen und beschaffen: Angefangen von Bühnen, Zuspielgeräten, Theken bis hin zu Sanitätsdienst oder Absperrungen, um nur ein paar Punkte aufzuzählen. Das ist eher vergleichbar mit einer OpenAir-Veranstaltung. Daher ist es auch nicht möglich, eine Boots-Veranstaltung zum Club-Preis anzubieten. Aber der Großteil der Leute weiß und versteht das, wofür wir sehr dankbar sind.
Was sagst du als Veranstalter zu den neuen GEMA-Beiträgen und wie stehst du generell zu dem Thema?
GEMA – schwieriges Thema! Ich habe mich nicht in aller Tiefe mit der Thematik beschäftigt, da es im Moment einfach viel zu viel Trubel wegen unserer Projekte gibt, aber selbstverständlich ist das, was geplant ist, ein Unding und könnte vielen Clubs und Veranstaltern den Garaus machen. Es kann nicht angehen, das gerade Clubs aus unserer Szene, die in der Regel kaum GEMA-pflichtige Musik spielen, pauschal von der GEMA abgerechnet werden und das Ganze dann auch noch bemessen nach dem höchsten Eintritt und der höchstmöglichen Besucherzahl. Gerade in unserer Szene gehen die Veranstalter mit einem großen Risiko in die Events und es kann nicht angehen, dass – selbst wenn keine oder kaum GEMA-pflichtige Musik gespielt wird und dann eventuell sogar nur 100 Gäste eine Veranstaltung besuchen – horrende Summen an die GEMA geleistet werden müssen. Ich hoffe, das Ganze wird nicht wie geplant umgesetzt. Mittlerweile schalten sich ja die deutsche Politik und die EU ein und ich hoffe, dass wir alle auch das nächste Jahr überstehen werden.
In diesem Sinne: Let’s dance!






