Freitag, 10. Februar 2012

My Favourite Love Tool: Mount Kimbie


17. August 2010 // Technik  

Mount Kimbie haben gerade ihr Album „Crooks & Lovers“ auf Hot- flush veröffentlicht und machen als Liveband die Lande unsicher. Für uns und euch stellen sie ihr Favourite Lovetool vor.
Seit wir an unserem Liveset arbeiten, haben wir schon verschiedenstes Equipment ausprobiert. Das, worüber ich hier schreibe ist das Line 7 – DL4, ein Delay and Loop Pedal. Das erste Mal sah ich so eins im Live-Einsatz, als ich nach London zog. Jamie Woon nutzte es bei seinem Gig, um seine Stimme und Gitarre zu loopen und eine Art „soulful barbershop quartet“ daraus zu bauen, das darüber hinwegtäuschte, dass da nur ein Mann auf der Bühne stand. Loopen und Sampling gibt es ja schon lange Zeit, aber wenn es gut auf der Bühne gemacht wird, überrascht es die Leute noch immer.
Das Line 6 – DL4 ist nicht das fortgeschrittenste Looppedal auf dem Markt. Es ist sehr analog, man kann es nur ein und ausschalten, es gibt keine Undo- Funktion. Das kann natürlich zu einer ganzen Reihe von Fehlern führen, wenn die Monitore auf der Bühne nicht so toll sind. Aber was wir an dem Gerät mögen ist, wie es dazu tendiert, Klänge schrittweise aus dem Zeitge- füge zu bringen und neue Phrasen zu formen. Je länger man den Loop auf- nimmt, desto mehr werden die älteren Sounds in den Hintergrund gerückt. Sie werden immer schwächer, je mehr Klänge sich darüber aufschichten. Wenn man es einfach mal aufnehmen lässt und nichts anderes dazu spielt, dann wird der Originalklang immer mehr vom Klang des Raumes, in dem du bist, eingenommen, bis er nur noch ein verhülltes, entferntes Murmeln ist. Das Pedal ist technisch gesehen vermutlich nicht das wichtigste Stück in unserem Studio, denn wenn man wollte, könnte man seine eigentliche Aufgabe auch mit dem Computer erledigen, aber dadurch würde das Ver- gnügen, das die Maschine bereitet, verloren gehen. In einem Studio voller klinischer Software und tempoangeglichenem Gear hat dieses Pedal seine eigene Persönlichkeit und exzentrische Eigenart, die dich auf ungepfla- sterte Straßen bringt und glückliche Unfälle erzeugt. Das bedeutet oft, dass ich als Künstler meine eigene Stimme dann am interessantesten finde.
www.myspace.com/mountkimbie

mount_kimbie_web

Mount Kimbie haben gerade ihr Album „Crooks & Lovers“ auf Hot- flush veröffentlicht und machen als Liveband die Lande unsicher. Für uns und euch stellen sie ihr Favourite Lovetool vor.

Seit wir an unserem Liveset arbeiten, haben wir schon verschiedenstes Equipment ausprobiert. Das, worüber ich hier schreibe ist das Line 7 – DL4, ein Delay and Loop Pedal. Das erste Mal sah ich so eins im Live-Einsatz, als ich nach London zog. Jamie Woon nutzte es bei seinem Gig, um seine Stimme und Gitarre zu loopen und eine Art „soulful barbershop quartet“ daraus zu bauen, das darüber hinwegtäuschte, dass da nur ein Mann auf der Bühne stand. Loopen und Sampling gibt es ja schon lange Zeit, aber wenn es gut auf der Bühne gemacht wird, überrascht es die Leute noch immer.

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Das Line 6 – DL4 ist nicht das fortgeschrittenste Looppedal auf dem Markt. Es ist sehr analog, man kann es nur ein und ausschalten, es gibt keine Undo- Funktion. Das kann natürlich zu einer ganzen Reihe von Fehlern führen, wenn die Monitore auf der Bühne nicht so toll sind. Aber was wir an dem Gerät mögen ist, wie es dazu tendiert, Klänge schrittweise aus dem Zeitge- füge zu bringen und neue Phrasen zu formen. Je länger man den Loop auf- nimmt, desto mehr werden die älteren Sounds in den Hintergrund gerückt. Sie werden immer schwächer, je mehr Klänge sich darüber aufschichten. Wenn man es einfach mal aufnehmen lässt und nichts anderes dazu spielt, dann wird der Originalklang immer mehr vom Klang des Raumes, in dem du bist, eingenommen, bis er nur noch ein verhülltes, entferntes Murmeln ist. Das Pedal ist technisch gesehen vermutlich nicht das wichtigste Stück in unserem Studio, denn wenn man wollte, könnte man seine eigentliche Aufgabe auch mit dem Computer erledigen, aber dadurch würde das Ver- gnügen, das die Maschine bereitet, verloren gehen. In einem Studio voller klinischer Software und tempoangeglichenem Gear hat dieses Pedal seine eigene Persönlichkeit und exzentrische Eigenart, die dich auf ungepfla- sterte Straßen bringt und glückliche Unfälle erzeugt. Das bedeutet oft, dass ich als Künstler meine eigene Stimme dann am interessantesten finde.

www.myspace.com/mountkimbie

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