Novation Launchpad – Kompakter Begleiter
Nun hat auch Novation nachgezogen. Mit dem Launchpad präsentieren die Briten (nach der Akai APC40) einen weiteren Controller, der komplett auf Ableton Live zugeschnitten sein und die Fähigkeiten der Software voll auskosten soll. Insoweit könnte also der gerade begonnene Herbst ein ganz heißer werden…
Erster Eindruck
Deutlich kleiner und leichter (gute 700 Gramm) entpuppt sich der Novation-Controller als sein bislang etablierter Konkurrent in Gestalt der Akai APC40. Dennoch verfügt er über eine rutschfeste 8×8-Pad-Matrix (hintergrundbeleuchtet) sowie 16 zusätzliche Tasten für Navigation, Einstellung etc. Rechtsseitig befindet sich noch der USB-Port des Controllers. Das Launchpad ist gut verarbeitet, sehr handlich und dadurch mobil. Optional gibt es noch einen Neopren-Schutz für unterwegs.
Inbetriebnahme
Nach zwei kurzen Installationen ist das Launchpad einsatzbereit. Zuerst wird der auf CD mitgelieferte Novation-Treiber installiert, anschließend die Launchpad-Version von Ableton Live in der 8.0.6-Variante. In den Voreinstellungen von Live stellt man anschließend kurz auf das Launchpad als Eingabegerät um – und schon geht es los.
In Action
Durch Tap auf die Volume-Taste oben rechts starten wir das Launchpad im Session-Mode. Die 8×8-Matrix des Controllers ist in der Software durch einen roten Rahmen dokumentiert. Innerhalb dieses Rahmens haben wir mit dem Launchpad Zugriff. Für Clips außerhalb dieses Rahmens besteht also solange kein Zugriff mittels der Hardware, bis man die entsprechende Scene (vertikal) bzw. Spur (horizontal) durch Verschieben des Rahmens ‚eingefangen‘ hat. Grundsätzlich navigiert sich der User also durch sein Live-Set und fängt die Clips ein, die er abspielen möchte. Die Farbgebung der Pads in der Matrix ist dabei hilfreiche Unterstützung. Grün beleuchtet bedeutet, es wird gerade der besagte Clip abgespielt. Gelb signalisiert, dass ein Clip lediglich geladen ist, aber nicht gespielt wird. Rot weist auf eine Aufnahme hin. Ist ein Pad überhaupt nicht beleuchtet, enthält dieser Slot auf keine Informationen bzw. Clips. Somit kann der Performer wild und frei durch sein Live-Set springen und musizieren. Es können auch komplette Scenes über die rechts befindliche Spalte mit den Pfeiltasten angewählt werden.
Die besagte rechte Tastenspalte ist zugleich auch Dreh- Angelpunkt der Mixer-Sektion. Ist diese per Knopfdruck aktiviert, navigiert man sich durch Volume, Pan und die Effekt-Sends. In der Matrix ist dabei jedes Mal angezeigt, welche Spur welchen Wert besitzt. Dieser wird alsdann über die Matrix-Pads schrittweise in 9dB-Sprüngen (bei den Sends) verändert. Das Verändern der Lautstärke dürfte annähernd die gleiche Schrittlänge haben, was natürlich nicht so filigran wie ein Poti oder Fader ist, aber mich im Spielbetrieb keine ruckartigen Sprünge empfinden ließ. Zudem besitzt das Launchpad noch die allseits bekannte Automap-Fähigkeit und lässt sich per Learn-Funktion individuell konfigurieren. Mit zwei User-Pages lassen sich weitere Einstellungen abrufen bzw. sichern (einzelne Drums in User 1, Max For Live in User 2 oder auch freigewählte Parameter von Effekten in beiden zum Beispiel), was aber immer noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet. Denn insgesamt lassen sich bis zu sechs Launchpads an einen (bitte stromversorgten) Hub anschließen und damit die Ableton-Applikation steuern.
Fazit
Ich war anfangs etwas skeptisch, was die Handhabung des Launchpads anging, denn im Gegensatz zur Akai APC40 muss man auf Potis und Fader verzichten, die für eine fließende Set-Programmierung nicht ganz unerheblich sind. Doch nur ein einziger Tag Testerei (mehr Zeit war aufgrund der weiteren Verschickung der Hardware nicht drin) hat mich überzeugt. Mit dem Aufbau des Controllers kommt man sehr schnell zurecht, die per Pad zu bedienende Mixer-Sektion ist mit Volume, Pan und Sends trotzdem flexibel und effektiv zu bedienen und die Matrix macht im Session-Mode mittels der farbigen LEDs und ihrer Navigation sehr viel Laune. Als direkter Widersacher zur APC40 fällt natürlich zuerst der deutlich niedrigere Straßenpreis von etwa EUR 180,- sehr positiv auf, wie auch die Kompaktheit mit dem deutlich geringeren Gewicht. Und ist man sich nach wenigen Stunden seiner Skills auf diesem Gerät bewusst und hat sich eingespielt, möchte man gar keine andere Alternative mehr ausprobieren. Flinke Finger sind dabei aber Voraussetzung. Über allem prangt zudem noch die Novation‘sche Automap-Potenz und Features wie die Learn-Funktion, die das Launchpad zusätzlich zu einem universellen MIDI-Controller machen. Chapeau!
Hier noch ein offizielles Demo-Video von Ableton:
(Text: Mo-Ryn)








