Mittwoch, 22. Mai 2013

Helden der Nacht – Marc Faenger – Newcomer 11.2012


9. Dezember 2012 // Newcomer, News  

Marc Faenger

Ein interessanter Neuling ist Marc Faenger, der mit seinen aktuellen Tracks von diversen namhaften Künstlern supportet wird. Im November veröffentlichte er sein Debütalbum und in naher Zukunft wird er auch auf Labels wie Little Helpers oder Cellaa Music zu finden sein.

Was hat dich dazu bewegt, Musik zu machen?

Dass ich irgendwann Musik machen würde, war mir seit frühester Kindheit klar. Ich bin im familiären Umfeld durch Elektronik-beeinflusste Bands sozialisiert worden, beispielsweise hörten meine Eltern viel progressiven Rock von Künstlern wie The Alan Parsons Project, Eurythmics oder Pink Floyd. Diese teilweise monumentalen Tracks, die sich vom üblichen 3-Minuten-Popsong dadurch abgrenzen, dass sie sich nach und nach entfalten und mit Spannungsbögen arbeiten, fand ich schon immer spannender als generische Songstrukturen. Wenn dazu im Club-Kontext noch eine fette Kick kommt, ist das Ergebnis oft haarsträubend gut.

Was steht als nächstes bei dir an?

Gerade bin ich sehr happy, dass meine “Brotherhood EP” von Künstlern wie Richie Hawtin und DJ Sneak supportet und gechartet wurde und freue mich, dass Ähnliches auch für meine “Komodo EP” auf dem niederländischen Label Sound Architecture gilt, die aktuell jede Menge tolles Feedback bekommt.
Des Weiteren befindet sich mein erstes Artist-Album “Channels” im Presswerk und dürfte im November erscheinen. Auf dem Debüt-Longplayer (der auf dem Offenbacher Label Sonido Records als Doppel-12” und digital mit Bonustracks veröffentlicht wird) bekommt man, denke ich, einen guten Eindruck von der Bandbreite an Sounds, die mich momentan interessieren: Organischer, verschachtelter Techno, Deephouse-Einflüsse und Detroit/Chicago-inspirierte Arrangements.
Meine Musik ist nur schwer in ein bestimmtes Genre einzuordnen, da ich auch in meinen Sets keinem festen Reglement folge. Was allerdings als wiederkehrendes Element immer wieder auftaucht, ist ein Hang zu prägnantem Sounddesign bei Percussions und die Liebe zu satten, deepen Drums. Darüber hinaus arbeite ich gerade an einer Erweiterung meines DJ-Setups, indem ich immer mehr Outboard-Gear (wie beispielsweise eine NI Maschine und verschiedene, analoge Effekte) verwende. Das macht nicht nur Bock, sondern bereichert ein Set manchmal sehr, da man unter Umständen etwas Spannendes, Neues schafft, dass es in dieser Form nur innerhalb des gerade stattfindenden Gigs gibt.
Ach so, im Januar gibt es ein Release auf dem tollen Little Helpers-Label, da Sean O´Neal aka Someone Else gerade einige Tracks von mir gesignt hat.

Faenger

Entweder…

DJ oder Produzent?

Sowohl als auch, wobei DJ-Sets eigentlich immer Priorität genießen, ganz einfach, weil mich das Auflegen schon länger begleitet.

Analog oder digital?

Digital. Ich habe Jahrelang ausschließlich Vinyl gespielt und bin auf Traktor mit Timecodes umgestiegen, sobald es in einer stabilen Version verfügbar war. Sentimentalität und die Haptik von Vinyl sind ja was Schönes, gehören aber für mich persönlich mittlerweile ins Wohnzimmer und nicht mehr in mein professionelles Arbeitsumfeld. Durch die kreativen Möglichkeiten, die Traktor bietet, wird mein Workflow enorm begünstigt, da ich beispielsweise nicht mehr an das starre Raster eines Tracks gebunden bin. Die Qualität eines Sets ist ja auch im Übrigen nicht abhängig vom Medium, sondern von dem, der es bedient. Die ganze Vinyl/Digital-Diskussion ist müßig und langweilt mich.

Maintime oder Afterhour?

Beides. Maintime ist super, weil der Energiefaktor noch spürbar beeinflussbar ist und man die Leute in eine bestimmte Richtung dirigieren kann. Afterhours liebe ich dagegen deswegen so sehr, weil ich hier einen Trip starten kann, der auf einer ganz anderen Ebene funktioniert. Außerdem mag ich lange Sets.

130 bpm oder 120 bpm?

Eher so 125. Das Problem bei 130 bpm ist, dass es nicht mehr sexy ist, der Groove geht verloren. 120 bpm dagegen funktioniert nur auf Events, auf denen das Publikum entsprechend musikalisch vorgebildet ist und sich auf den Vibe einlässt.

Festival oder Club?

Beides super. Ich mag sowohl die hippieeske Atmosphäre auf so manchem gut organisierten Festival als auch die intimen Momente im Club, insbesondere, wenn das Soundsystem stimmt. Beispielsweise spiele ich immer gerne im Studio in Essen, da dort die Mischung aus Anlage, Publikum und Attitüde eine sehr angenehme ist. Auch die Wald-Area in der Residenz in Paderborn, die myu:zik-Partys in Krefeld oder die Ostbahnhof-Reihe in Dortmund sind klasse.

Gitarre oder Klavier?

Wenn wir hier vom reinen Instrument sprechen, gerne die Gitarre. Gerne verzerrt. Gerne laut.

70s-Rock oder 80s-Pop?

Ich bin mit beidem aufgewachsen und entsprechend gibt es für mich in beiden Genres persönliche Meilensteine der Musikgeschichte. Pink Floyds „The Wall“, das Doors-Album „L.A. Woman“ oder „Sergeant Pepper“ von den Beatles haben für mich eine genau so große Bedeutung wie etwa Depeche Mode, INXS oder die Beastie Boys.

www.facebook.com/marcfaengermusic