Wat soll dat teln sein?
Zugegeben, der Wortwitz in der Überschrift ist etwas kompliziert, und – hat man ihn denn kapiert – auch nicht wirklich gelungen, dennoch ist es jetzt langsam mal an der Zeit, ein bisschen über unseren ehemaligen Redaktionsstandort herzuziehen. Wie ihr ja vielleicht wisst, hat die Raveline-Redaktion im Mai letzten Jahres ihre Zelte im nordrhein-westfälischen Datteln (was irgendwo bei Recklinghausen und gar nicht so weit entfernt von Dortmund liegt) abgebrochen, um nun im herrlichen und lebenslustigen Köln zu residieren.
An dieser Stelle ein kleiner Einschub: Bevor ich 2006 als Grafiker zu der Raveline stieß, fristete ich meine Zeit in einer Werbeagentur in Köln-Porz, in der ich in den letzten Monaten nur noch Bremsscheiben-Verpackungen in der Größe anpasste. Da ich aber seit eh und je eifriger Raveline-Leser war, surfte ich auch während der Arbeit ständig auf der Raveline-Internetseite herum. Zermürbt von der dreihundertsten Bremsscheiben-Verpackung (was tatsächlich leider keine Übertreibung oder Floskel ist) habe ich dann eine Stellenanzeige auf der Raveline-Seite entdeckt, in der die Redaktion einen Grafiker suchte. Und eine haarsträubend formlose eMail sowie ein Telefonat mit Chefredakteur Sven später stand fest: ich arbeite nun also bei der Raveline. Voraussetzung dafür war für mich allerdings der Umzug in die nähere Umgebung der Redaktion. Und da ich sowieso ursprünglich aus einer Kleinstadt komme, dachte ich: na, dann ziehste eben direkt nach Datteln. So schlimm kann das ja wohl nicht sein.
Es konnte. Nachdem ich meine Wohnung in Köln gekündigt und eine neue in Datteln angemietet hatte, wurde mir erstmals bewusst, dass ich ja ganz alleine war. Niemand den ich kenne kommt mit, niemand den ich kenne ist schon da. Und selbst die Kollegen zogen es vor, in Städten wie Dortmund, Recklinghausen oder gar Wuppertal zu wohnen. Hm. Ein Blick in den Datteln-Eintrag bei Wikipedia offenbarte mir damals Folgendes: “Gesellschaftliche Höhepunkte sind die beiden alljährlichen Feste “Dattelner Mai” und”Kanalfestival”. Seit dem Jahr 2005 findet auch ein großer Triathlon, der Haardman im Hafen der Stadt statt, dieser ist aus Oer-Erkenschwick abgewandert und findet in Datteln sein neues Zuhause. Zudem findet jedes Jahr auf Christi Himmelfahrt das Kinderfest der FF Datteln statt und an dem Tag zuvor eine Ü30 Party auf dem Hof der FUR Wache Datteln. Zudem führt der THW Ortsverband Datteln (Fachgruppe Wassergefahren) einige Übungen im Jahr durch.” – Fairerweise muss man dazusagen, dass in der Zwischenzeit die Veranstaltungen “Mercenaries Metal Meeting” (ein Heavy Metal Festival) sowie das mittelalterliche Dorffest Anno 1147 ebenfalls bei Wikipedia hinzugekommen sind.
Wie dem auch sei – ich wohnte nun also in Datteln und arbeitete bei der Raveline. Angesichts der Tatsache, dass ich heute immer noch für dieses Magazin tätig bin, kann man davon ausgehen, dass mir der Job damals wie heute wirklich gut gefiel. Dennoch hatte ich mit der Stadt Datteln und allem, was dazugehörte, irgendwie meine Probleme. Dies äußerte sich nicht nur in so manchen abendlichen Sinnkrisen und der Verlagerung meiner sozialen Verbindungen auf Telefon- und Internetkontakte, sondern auch in so manchen Texten, Songs und Filmen, die in der Zeit entstanden.
Und weil ich jetzt auch schon wieder viel zu viel Text für einen Redaktionsblog-Eintrag geschrieben habe und wir ja nun auch endlich mal auf den Punkt kommen sollten, präsentiere ich nun endlich den Sinn dieses Eintrags, nämlich das folgende Video, das ich für meinen mittlerweile leider nicht mehr existenten Blog “Stromflut” gedreht habe. Immerhin knapp 5500 Aufrufe sowie diverse aufgebrachte Kommentare erboster Dattelner später freue ich mich nun, euch dieses Machwerk an dieser Stelle präsentieren zu dürfen – haben Sie bitte Spaß:









Ich soll übrigens auf den Sexshop an der Zeche hinweisen, der schon seit über 20 Jahren dort ist und vermutlich auch noch in weiteren 20 dort sein wird, aber in deinem Video nicht zu sehen war. Der wird den Atomkrieg überleben (und die Sprengung des NEUEN Kraftwerks, das für 100 Milliarden neben dem alten gebaut wurde und jetzt nicht ans Netz gehen darf).
ist das der an der kreuzung edeka/mini markt/solarium, der drei verschiedene namen auf drei verschiedenen schildern hat?
tja, und das mit dem kraftwerk ist tatsächlich n ding. hätten sie mich mal früher gefragt.
Ja, genau der. Und hey, dank des neuen Kraftwerks passiert zumindest wieder mal etwas interessantes in Datteln :D
Lichtburg & Hertie sind ja mittlerweile auch geschlossen. Datteln ist heute also noch töter als in dem Video.
Warum es so viele Spielhallen gibt? Was liegt in Datteln näher als… Daddeln?
sehr richtig! deswegen auch “das las vegas des ruhrgebiets” genannt!
Kreis RE represent!
Dirty Datteln!