Freitag, 10. Februar 2012

Sascha Dive… hat schlaflose Nächte


1. September 2010 // Musikthemen  

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Der gebürtige Frankfurter kam durch seinen älteren Bruder bereits frühzeitig in Berührung mit elektronischer Musik  und gilt als Gesicht des „Rhein-Main-House“. Sowohl mit seinem Label Deep Vibes als auch mit seinen DJ-Sets an den Wochenenden prägte er in den vergangenen Jahren eine Art neuer Housekultur. Seine Qualitäten sprachen sich anscheinend herum, denn Dive ist bis heute der einzige „weiße“ Künstler, den Houselegende Moodyman aka Kenny Dixon Jr. jemals remixte. Mit dem Artwork seiner „Panther EP“ im vergangen Jahr, bei der drei alte Wahlplakate der Black Panther Party zu sehen sind, sorgte er gewollt für immensen Gesprächsstoff. Anfang September erscheint endlich sein Debüt-Album „Restless Nights“.

Da er mittlerweile alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der Szene gilt, sei die Frage gestattet, warum ausgerechnet jetzt ein Album erscheint und wie dabei die Arbeit im Studio aussah. „Für das Album habe ich circa ein Jahr gebraucht. Im Sommer 2009 hatte ich einen guten Lauf im Studio, wobei die meisten Sachen aber nicht für die LP geeignet waren. Die ersten Stücke die dabei entstanden waren ‘Tribute To The Night’, ‘Drum Of The Jungle (Dub)’ und natürlich ‘The Get Out Of The Ghetto Blues’, welches schon im vergangenen Jahr digital auf Raum…Musik erschien. Ich denke, dass es für mich als Künstler genau der richtige Zeitpunkt war, um ein Album zu machen. Es hat sich verdammt gut angefühlt, als ich das fertige Produkt in den Händen hielt. Im Studio geht es bei mir ziemlich chaotisch zu. Ich bin niemand, der eine gewisse Ordnung in Ableton hat. Auch beschrifte ich z.B. meine Kanäle nicht, was allerdings manchmal dazu führt, dass ich ein wenig die Übersicht verliere. Aber vielleicht macht auch das gerade wieder das Besondere an meinen Produktionen aus, wer weiß. Ich benutze sehr viele analoge Geräte, dazu zählt z.B. die Vermona, Roland Drum Machines, Jomox und ein paar EMU Geräte. Auf der anderen Seite benutze ich natürlich auch Samples, jedoch keine Loops. Die persönliche Note steht immer an erster Stelle“. Dass diese eindeutig aus dem schwarzen Soul und Funk stammt, lässt der bekennende 80′s Fan in seinen gefühlvollen DJ-Sets aber auch beim kommenden Album hören. „’Restless Nights’ beschreibt den Zustand, in dem das Album entstanden ist. Ich bin Perfektionist und hatte wegen meines Albums einige ruhelose Nächte.“ Kuriose Namen wie „African Monster“ oder „Underground Railroad“ widmet er zum einen Shaft-Filmen aus den ’70er Jahren sowie den früheren geheimen Routen, die der Sklavenbefreiung dienten.

Eine Tour zum Album wird es natürlich ebenfalls geben. Sie startet in diesem Monat und geht bis Ende Dezember. Halt macht er dabei neben einigen Gigs in Deutschland auch in der Londoner Fabric, im Trouw in Amsterdam oder dem Cabaret in Zürich sowie dem Amnesia auf Ibiza. Danach geht es weiter nach Nord- und Südamerika und im Dezember nach Japan. Ein beachtliches Schedule, wenn man überlegt, dass Dive sich erst durch die Hilfe von Vera & Dorian Paic im Jahre 2007 zur Gründung seines eigenen Labels entschied. „Ich hatte viele Demos an verschiedene Labels geschickt. Leider hatten die meisten kein Interesse. Ein eigenes Label zu gründen, war allerdings nicht ganz einfach. Auch die Vertriebe zeigten sich zunächst skeptisch. Zwei Wochen vor Weihnachten kam dann der Anruf von Wordandsound. Besser konnte es mich nicht treffen. Ich bin dort sehr glücklich.“

Und auch wenn seine musikalische Karriere in einer äußerst vorzeigbaren Geschwindigkeit beeindruckende Formen annimmt, redet der Frankfurter wesentlich lieber über die Zukunft als auf die Vergangenheit zurückzublicken. „Auf meinem Label kommt nach meinem Album erst mal ein Release von Sean Dimitri & Tim Fuller. Die beiden haben einen wirklich ganz tollen Vocal House-Track gemacht. Danach kommen Album-Remixes von Alix Alvarez, Mr. V, Franck Roger, Keith Worthy & Scott Grooves. Von mir kommen auch einige Remixes, u.a. für Melon aus Amsterdam auf Ratio, Rick Wade aus Detroit auf Minimood, Ron Deacon auf Falkplatz (dem neuen Label von Oliver Deutschmann, Anm. d. R.) und DJ Sneak auf Cécille Records.

www.saschadive.de

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