Freitag, 24. Mai 2013

Teufel Raumfeld One – Klanges Werk und Teufels Beitrag


24. August 2012 // Technik  

Teufel Raumfeld One

Vor mir steht, in Form der Raumfeld One, ein Bestandteil eines Mehrraum-Systems besagter Audioschmiede, und um dies einmal vorweg zu nehmen, es klingt trotz der bescheidenen Größe wirklich erstaunlich voll und ausgewogen. Im Vergleich zu diversen Docking und Streaming-Lösungen einfach nach (fast) ausgewachsener Anlage, die auch taugt, um größere Räume zu beschallen, ohne dass ihr die Puste ausgeht.

Sinn und Zweck eines Mehrraum-Systems ist die zentral gesteuerte Versorgung der eigenen Wohnlandschaft, bestehend aus mehreren Räumen und diversen Abspielstationen, mit zentral verwalteter Musik. So kurz, so theoretisch. In der Praxis bedeutet dies, dass man von einer Stelle aus unterschiedliche Orte mit unterschiedlicher Musik beschallen kann, ohne ständig CDs oder MP3s von einem zum anderen Ort bringen zu müssen. Kuschelsound im Schlafzimmer, Klassik im Bad, Rock in der Küche und House im Wohnzimmer: Alles kein Problem für ein System, das bei Teufel aus einer Basis-Station mit grafischer Fernbedienung und diversen Lautsprechersystemen mit WLAN-Verbindung bestehen kann. Die Musik selber kann dabei von der Basis, von Netzwerklaufwerken, von Mediaservern oder USB-Medien kommen.

Im Einzelfall, also mit nur einer Raumfeld One, sieht die Sache allerdings anders aus. Da das Gerät bis auf einen Ein/Aus-Schalter gänzlich ohne Bedienelemente daher kommt und zur Information lediglich zwei grüne LEDs dienen, erfolgt die Bedienung über eine kostenlose Smartphone-App, die es für iOS und Android gibt. Aber dazu muss erst einmal die Kommunikation aufgebaut werden. Wie so oft steckt dabei der Teufel im Detail. Zum Einrichten der WLAN-Verbindung muss die Raumfeld One per Kabel an das Netzwerk angeschlossen werden, um SSID und Netzwerkschlüssel mitgeteilt zu bekommen. Hat man eine Basis-Station, baut diese ein eigenes Netz auf und die einzelnen Räume verbinden sich automatisch. Im Test allerdings verweigerte die Box die Verbindung, da sie – wie ein Blick auf die informative Support-Seite verriet – nicht mit den weit verbreiteten Routern der Speedport Serie kommunizieren mag. Ein anderer Router oder ein zwischengeschalteter Switch können dieses Problem allerdings beseitigen. Nach der WLAN-Einrichtung kann das System vom Netzwerk Kabel getrennt werden und taucht per WLAN in der App auf.

Die App selber ist übersichtlich gestaltet und bietet neben der eigenen Musik-Bibliothek auch direkten Zugriff auf Online-Dienste wie last.fm, Napster, Simfy oder TuneIn. Im normalen Mehrraum-Betrieb wird eigene Musik an der Basis-Station angemeldet oder dort hinterlegt. Im Einzelbetrieb können vorhandene Mediaserver oder Netzwerk-Laufwerke als Ressource angemeldet werden. Aber auch hier: Teufel…Detail…wir kennen das! Den vorhandenen PLEX-Mediaserver im Netz fand die Raumfeld One sofort. Der anschließende Scan musste dann aber nach sieben Stunden abgebrochen werden. 300 in HD codierte Filme und 40.000 Musikstücke waren wohl etwas zu viel des Guten. Beim behelfsmäßig installierten Windows-uPnP Server mit 2.000 Tracks klappte es besser. Ärgerlich ist vielleicht die Tatsache, dass die App keinerlei Information über den Fortschritt eines Scans herausrückt und man einfach zum Warten verdammt ist.

Auch Netzlaufwerke können für die Raumfeld One ihre Tücken haben. Konfiguriert man sein NAS mit Passwortschutz, bekommt die Box Probleme, da sie zwar Passwörter abfragt, diese jedoch nur in einem Verschlüsselungsmodus übertragen kann. In einem reinen Windows Netz kann dies klappen (wenn man nur Rechner mit Vista oder Win7 einsetzt).

Ähnlich durchwachsen zeigte sich die Raumfeld One bei USB Sticks. Von den sieben Stück, die ihr angeboten wurden erkannte die Box nur zwei. USB-Festplatten mit eigener Stromversorgung machten hingegen keine Probleme, wenn sie FAT oder NTFS formatiert waren.

Fazit

Das Raumfeld System macht sicher Sinn, wenn es darum geht, eine Anlage aus mehreren Komponenten aufzubauen, die losgelöst von vorhandenen Computern die Musikversorgung übernimmt. Die App zur Steuerung ist logisch und übersichtlich, verschiede Räume lassen sich schnell anwählen und klar unterscheiden. Im Stand-Alone-Betrieb zeigt die Raumfeld One eindeutig Schwächen. Die Netzwerkeinbindung ist nicht nachhaltig genug konfigurierbar. Es wäre erfreulich, wenn dem System eine Oberfläche (z.B. über ein Web-Interface) spendiert würde, in dem sich Parameter wie Password Encryption, Anmeldeverhalten, angeschlossene Medien etc. konfigurieren ließen. Die Gegentests bei Problemen zeigen, dass es sich fast ausschließlich um Konfigurationsprobleme handelt, die bei entsprechender Einstellung behoben werden könnten. So aber bleibt der User außen vor und bekommt zu wenige Statusinformationen. Als Mehrraum-System belohnt Raumfeld mit einem überzeugenden Klang, bester Verarbeitung und unauffälligem zeitlosen Design. Wem 499 EUR (UVP) für je Raumfeld One und 699 (EUR) für die Basis nicht zu viel sind, der kann sich, unabhängig vom Rechner, ein flexibles System aufbauen, das Musik in jeden Winkel der eigenen Wohnung übertragen kann.

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