Donnerstag, 17. Mai 2012

Eulbergs heimische Gefilde: Der Buchstabe


6. August 2010 // Allgemein  

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Dieses Mal lässt Dominik die Fauna links liegen und erklärt uns etwas aus der Flora. Nicht minder spannend, denn hier geht es um das, was wir Tag für Tag tippen, schreiben und was ihr gerade in diesem Moment lest:

Warum heißt der Buchstabe, Buchstabe?

Vor seiner Besiedelung war Deutschland vorwiegend mit riesigen Rotbuchenwäldern überzogen. So stammt der Name meiner Heimat Westerwald vom germanischen und bedeutet so viel wie Buchenwald. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist in unseren Gefilden der konkurrenzstärkste Baum und bildet in hiesigen Klimaten das Endstadium der natürlichen Sukzession. Ihre „Waffe“ gegenüber anderen Baumarten ist das extrem dicht stehende Laub ihrer weiten Kronen, weshalb nur wenige Prozent des photosynthese-tauglichen Sonnenlichtes auf den Waldboden treffen. Dadurch haben andere Baumarten kaum eine Chance zu keimen. Die Rotbuche selber ist aber in der Jugend relativ schattentolerant. In dichten Wäldern sterben die unteren Äste sterben aus Lichtmangel früh ab. Der Kronenansatz liegt hier häufig erst im obersten Drittel also in 10 bis 20 m Höhe. In Zusammenhang mit dem dichten Blätterdach entstehen so schattige Hallenwälder. Viele Kirchenschiffe, wie etwa das des Kölner Doms, sind dieser Struktur nachempfunden.
In diesen dichten Wäldern lebten einst die Germanen. Sie schnitzen Holzscheiter aus Buchenholz und ritzten dort ihre Schriftzeichen, die Runen, hinein. Diese Runenstäbchen (*bōks) lies man auf den Boden fallen, um sie dann auf-„zulesen“ und als Orakel für wichtige Entscheidungen zu benutzen. Von diesen kultisch wichtigen Buchen-Stäben leitet sich das Wort Buchstabe ab.

www.dominik-eulberg.de

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